April 1730. 365
'»aiuicl Müller, Drcierherr und des geheimen Raths. Schafft) au sein Johann Kaspar Murbach, Statt-des Raths. Appen zc l l-Au ß err h v d en. Lorenz Wetter, Landammann. Stadt St. Gallen,^stoph Hvchrütincr, .1. 0. It., Bürgermeister. Mühlhausen. Johann Heinrich Räber, Stadtschreibcr.
^l. Abraham Lambelet, Nenner und dcö Raths.
^ Diese Confercnz tvird auf die von Genf eingetroffene Nachricht zusammenbcrufen, daß vom Könige von^tdinicn ein ernster Befehl ausgegangen sei, die evangelischen Einwohner dcö ThalcS PragelaS hätten inirer-^ cnicr angesetzten Frist entweder die katholische Religion anzunehmen oder daö Land mit Hinterlassung dcözu räumen. Bereits seien 19 in 57 Personen bestehende Haushaltungen nach Gens gekommen, undmehr seien unterwegs. Genfs Ersuchen geht dahin, man möchte sich über Anstalten zur Uebernahme derl>le'b°^" bcrathen. i>. Eid- und rcligionsgenössische Begrüßung, 8 1. I». GlaruS entschuldigt seilt Auö-zeigt seinen Entschluß an, zur Tröstung dieser Unglücklichen auch beisteuern zu wollen, stimmt einerUehlung derselben an die hohen Potenzen bei und verlangt Mittheilung dcö Abschieds. Die übrigen Ge-^ ^ sprechen den Wunsch aus, GlaruS möchte in Zukunft bei solchen Conferenzen nicht mehr fehlen, 8 2.' Zürich berichtet, waS in der Sache der Galcricns geschehen sei. Der König von Sardinien war gebetender Verfolgung abzustehen und die Vertriebenen in ihr Vaterland wieder aufzunehmen; Jnter-^ ^Kschreibcn waren an England, Preußen, die Gcneralstaaten, den Landgrafen von Hessen-Kassel, densor ^ Württemberg abgesandt worden, welche sämmtiich verlesen werden. In Beziehung auf die Vcr-Unglücklichen wollen alle Gesandten außer den berncrischen dieselben, bis sie aus die Zahl vonsteigen und bis von den h. Potenzen eine Antwort anlangt, unvcrthcilt bei einander lassen, in eidgc-ih/^^ Rcpartition einen Fond errichte», auö welchem denselben eine Pension bezahlt werden soll, und^ » u>, Waadtland einen Aufenthaltsort anweisen. Berns Gesandtschast erhebt dagegen Einsprache und will^ Leute sofort auf die verschiedenen Städte und Orte repartiert wissen, nimmt aber den Antrag der übrigen. br»d)im auf deren Wunsch in den Abschied und ml »ukortüickili». Aus erfolgte Ratifieation soll dann Gens
^ Leute franco inS Waadtland liefern. Der zu errichtende Fond soll 400 Dublonen o» o-gwem (zu 7 st.lH^ ^eüchsu'ährung) betragen und an Bern nach folgender Repartition bezahlt werden: Zürich 100, Bern
12, Basel 58, Schaffhausen 36, Appenzell 14, St. Gallen 24, Mühlhauscn 8, Biel 8. Wenndie fremden Potenzen diesen Leuten in ihren Landen Aufenthalt geben wollen, so sollen dieselben ent-^den. Sollte die Zahl dieser Unglücklichen sich so vermehren, daß sie vertheilt werden müssen, so soll^ ' bleibe Repartitionöweise befolgt werden, wobei GlaruS und Appenzell, wenn sie die Leute nicht in ihrMfnehmcn wollen, überlassen sein soll, dieselben auf ihre Kosten nach ihrem Gutfinden versorgen undstog ^ ^ lassen. Bevor neue Schritte den äußern Potenzen gegenüber gethan werden, will man die Ant-hg bereits abgegangenen Jntcrecssionalicn abwarten. Ferner aber tvird für zweckmäßig erachtet,
Heist dahin zu bestimmen, andcröwohin zu ziehen, zu welchem Zwecke ihnen je nach der Größe der Reise. 'lclder verabfolgt werden, die ihnen zur Hälfte von einem in Brugg auszustellenden EommissariuS, zurder Grenze behändigt würden. Sollten aber diese Unglücklichen im Lande behalten und rcpar-stch'müssen, so soll jedes evangelische Ort eilten EommissariuS nach Nidau schicken, um nach bemerk-st Repartition sein Contingcnt in Empfang zu nehmen. Sollte sich endlich die Zahl derselben vermehren,dek» ^ dS bei ähnlichen Anlässen auch früher geschah, die drei Bünde evangelischer Religion, daS Gou-^ Ncuschatcl nebst der Stadt Ncufchatel und Ncuenstadt für die Theilnahme an der Unterstützung^^>heu werden. 8 3. «R. Bern legt das Unterstützungsgcsuch deö Antoine Court, bisherigen getreuen und