Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
31
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31unbillige Herabsetzung des Getraidepreises ertrotzen wollten.Ein Offizier vom achtzehnten Regiment (Kavallerie), ehemalsWerry, war mit einer Abtheilung von achtzig Reuternin der Stadt. Diesen fragt der Maire:Können Die sichauf ihre Soldaten verlassen? Wie auf mich ſelbſt!ist die Antwort.Schon am vorigen Abend hatte dieser Offizier Patronen9 fordert; der Maire hatte sie ihm verabfolgen lassen.Gegen vier Uhr begiebt sich das Detaschement auf denMarktplatz. Der Maire und die Munizipalität befinden sichin der Mitte der Soldaten; aber keiner von den Reuternhat ſeinen Karabiner mitgenommen.Als sie auf dem Markt angelangt sind, wird das Deta-schement vom Volk umgangen. Einige, mit Prügeln be-waffnete Bösewichte dringen bis zum Maire. Mitten un-ter den Reihen der Soldaten werden zwei Flintenschüsseauf ihn abgedrückt. In dem nämlichen Augenblick zerstreuensich die Reuter; nur zwei bleiben zurück, deren Pferde dersterbende Simonneau, unter dem Ausruf: Zu mirmeine Freunde! beim Zügel gepackt hat. Einer von ihnenreißt sich los; dem andern will dies nicht gelingen; der ver-scheidende Maire schließt seine Hand krampfhaft um den ge-faßten Zügel. Der Soldat zieht den Säbel und haut denArm des Unglücklichen vom Rumpfe Die Urheber diesesMordes, lauter unbekannte Gesichter, bleiben, nach demAbzug der Truppen, Meister des Platzes. Mehr als zwan-zig Schüsse werden noch auf den Leichnam des Maire ab-gefeuert; tausend Abscheulichkeiten werden mit seinen blu-tigen Ueberreſten begangen.Kein Kaufmann wurde geplündert; kein Diebstahl ver-übt; keine handvoll Getraide entwendet. Die funfzehn