Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
22
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2.deren Reitzen jene Bösewichter sich erst gewaltthätig be-rauschten, und dann in ihrem Blute sich färbten? Wiekönnte man jener barbarischen Mahlzeiten vergessen, woklopfende Herzen und dampfende Eingeweide zu Leckerbissendienten? Wo wär' der Schleier zu finden, der dicht genuggewoben wält um solche Abscheulichkeiten damit zu verhül-len? Abscheulichkeiten, vor denen dem Menschenfreunde dasMark in den Gebeinen erstarrt. Nicht nur im Pallast, son-dern in ganz Avignon wurden solche Gräuel begangen; wirverweilen aber bloß bei den Auftritten, welche an ersteremOrte Statt fanden.Wie gesagt; Lescuyers Tod sollte gerächt werden,Aus wie viel Schlachtopfern soll die Hekarombe bestehen.die seinem abgeschiedenen Geiste geweihet ist? Horch!..das ist die silberne Glocke!... Horch! da tönt dieSturmglocke! . . . Wohin toben diese Weiber, oder viel-mehr diese Furien? Wohin drängen sich diese Menschen-schlachter? Ihre Dolche sind gewetzt. Ich bemerk einenjungen Menschen von sechszehn Jahren darunter, der froh-lockend ausruft:Ich habe schon sieben nieder ge-bohrt!"Die Avignoneser hatten den Kommissarien geschrieben:Jene Gefangenen sind heilig, ihr Gefängniß ist der Pallast,der Wohnsitz des Rechtes und der Gerechtigkeit! Wirklichwar auch eine förmliche Klage gegen sie erhoben wordenein zu ernennender Ausschuß sollte über sie sprechen. Dochder Stahl der Mörder mähete sie hinweg; ein und sech-zig Individuen, und darunter dreizehn Weiber, wurdenihm zum Raube. Schrecklicher, empörender Anblick! dieMutter haucht ihren Geist aus auf dem Leichname ihresSohnes; der Sohn stirbt auf dem noch zuckenden Körper