Mai bis August 1712.
1695
und dic Einstellung dcr Fcindthätlichkeitcn zugesichert erhalten. ES wird bcincbcnS auch angebracht, daß denRathen von Lucern lind Uri durch die Zulage von Treulosigkeit und Fricdcnsbruch Unrecht widerfahre, dadiese doch außer Stand waren, den Aufruhr dcö gemeinen PöbclS zu hemmen und den wider der ObrigkeitWillen und unter Bciseitcsczung dcr obrigkeitlichen Autorität in Gang gebrachten Auszug zu verhindern. Dieobigen Beschlüsse werden den Gesandten von Zürich und Bern eröffnet, denen auch Frciburg und Solothurnbemerken, daß die Beantwortung der Frage bezüglich ihrer Neutralität ihren Obern zustehe, an welche dircctdic nöthigcn Schreiben abgegangen seien. Die Gesandten von Frciburg erwähnen noch, dic Neutralität ihrerObrigkeit erscheine , ihnen so lange als hinreichend dvcumcntirt, als sie von dieser Eonfcrcuz nicht .wbcrufcnwerde». 28. Juli. (Dic unbctheiligtcn Orte.) Luccrn schreibt uutcr dem 27. Juli, seit dcr »uglüklichcnSchlacht von Vilmcrgcn, in welche die Obrigkeit auS den bekannten Gründen wider ihren Willen mitver-flochtcn worden, fange ein Thcil dcr aufrührerischen Untcrthancn wieder au, sich gegen dic Obrigkeit bessereinzustellen und kehre sich nun gegen dic Aufwiegler selbst, welche nach ihrem Dafürhalten sie in dcr Schlachtverlassen hätten. Luccrn ersuche dic neutralen Orte, dahin zu wirken, daß dic FricdcnSuutcrhandlungcn noch-mals aufgenommen und dic Feindseligkeiten und weiteres Ungemach eingestellt werden, da cS nun seinerseitsdazu kommen werde, dic eigenen Untcrthancn zu bezwingen. In gleichem Sinne sei auch an Uri geschriebenworden, daö sich hoffentlich den Gedanken auf Frieden nicht mehr verschließen werde. Diese Zuschrift wirdnicht nur den Gesandten von Zürich und Bern, sondern auch dircct »och ihren Obrigkeiten selbst übermittelt,air lcztcre mit dem Ersuchen, daö weitere kriegerische Borgchen ihrer Armee zu sistircn. An Luccrn wirdzurükbcrichtct, es scheine angezeigt, daß dic Gesandten der V Orte wieder in Aarau eintreffen. 29. Juli.(Die neutralen Orte, außer Biel.) Auf das unterm 26. Juli au daö Obcrcommaudo dcr Völligen Truppengerichtete Schreiben antwortet dcr große Rath von Luccrn, dic Generalität sei nicht mehr bei einander ver-sammelt, deshalb könne von dcr angezeigten Abordnung einer Conimissivn Umgang genommen werden. Luccrnerklärt sich zu einem Waffenstillstand bereit und erwartet, daß man den Friedensschluß ihm gegenüber belasse,da es nur gczwungcncrmasscn davon abgewichen sei. Hicvon wird an dic zwei Stände Kcnntniß gegebenund Luccrn bedeutet, daß dic baldigste Anwesenheit dcr Gesandten aus allen V Orten unerläßlich scheine,»Venn man zu einem Friedensschluß kommen wolle. Zürich und Bern stellen den V Orten auf Ansuchen dcrneutralen Orte die Pässe auS. Basel, Schaffhausen und Außerrhodcn erklären, in ihrer neutralen Stellungzu verharren, so lange auch dic übrigen neutralen Orte dic Neutralität uicht breche». AuS dem Feldlagerbei Vilmcrgcn antworten dic Kricgsräthc der bcrnischen Truppen mit Schreiben vom 26. Juli, daß sie aufdic nachgesuchte Einstellung dcr Feindthätlichkcitcn und mündliche Unterredung mit dem Ausschuß dcr uubc.thciligtcn Orte nicht eintreten können, da sie hierzu ohne Bollmacht seien. Die Friedensuutcrhandlnngcn, diczu Aarau begonnen worden, würden voraussichtlich auch daselbst beendigt werden. Auf. dic Rachmittags vonLuccrn aus eingetroffene Nachricht, daß die Bcrncr in dic Grafschaft Willisau eingedrungen seien, wird aber-mals an Bern das Ansuchen gestellt, alle ferner» Actione» einzustellen; ein gleiches Gesuch geht an dasCommando dieser Truppen ab. 36. Juli. Uri schreibt unter dem 28. Juli, unmittelbar vor dcr Zürükkunftsciner Gesandten von Aarau habe Zug seine Laudlcutc unaufhörlich durch schriftliche und persönlicheMahnungen um Hilfe angerufen, so daß sich plözlich einige Compagnicn versammelten, dic sofort neue Führerwählten, das Landespanncr im Hause des Pannerhcrrn abholten und in aller Eile nach Zug und auf weitereMahnung in Einem Marsch auf daS Kricgsfcld zogen ohne jeglichen obrigkeitlichen Befehl. Daher hoffe Uri,daß dic zwei Stände dicö nicht übel aufnehmen werden. Uri wird dringend ersucht, seine Gesandten wieder