1678
Mai bis August 1712,
mitrcgicrendcn Ortc zu dm Waffen gerufen hatten, seien die zwei Städte zu Gegemnaßregeln und zu derWegnahme dieser Landschaften gezwungen worden. Laut Kricgörccht wäre das eroberte Land ihnen verfallen;zum Beweis ihrer friedliebenden Gesinnung seien sie bereit, einen Theil ihrer Eroberung unter nähern Bedingungenzurükzugeben. Es erheische die Billigkeit, daß ihnen wenn nicht alle, so doch ein guter Theil der Kosten vonden brthciligtcn katholischen Orten und dem Abte vergütet werden. Was Toggenburg betreffe, soll dasselbebei allen seinen Rechten verbleiben. Die Eröffnungen der bctheiligtcn katholischen Orte gehen dahin: Wen»man wirklich dcö Vaterlandes Ruhe im Auge habe, so sei dem bald geholfen. Bekanntlich haben Bern undZürich sich dem französischen Gesandten, den unparteiischen Orten und Luccrn gegenüber und auch in demausgegebenen Manifest erklärt, daß einzig die Toggcnburgcrfrage im Spiel sei und allen eidgenössischen Ortennichts genommen werden solle. Wenn diese Erklärung wahr sei, werde man hoffentlich eins werden und zurEinstellung aller Feindseligkeiten gelangen. Diese Eröffnungen werde» sofort den beiden Städten mitgctheilt.9. Juni. (Die unbethciligtcn Ortc.) Die Antwort der bcthciligten katholischen Orte auf die Vorschläge derGegenpartei gehen dahin: Der Streit habe allerdings mit Toggcnburg begonnen, man hätte aber erwartet,Zürich und Bern hätten nichts wider den Verzichtbricf unternommen und den Entscheid dcS Streites dembundcsgemäßen Richter überlassen. Die gegnerischen Truppen seien auSgcrükt, che und bevor die katholischenKantone einen Mann unter den Waffen gehabt, so daß sie keine Schuld an den erwachsenen Kosten tragen.Die Besezung der Grafschaft Baden sei erst erfolgt, als Zürich und Bern Thurgau betreten und daselbsteinige Punkte bcsczt und die Grafschaft schließlich eingenommen hatten. Beide Städte hätten keine Veranlassunggehabt, Thurgau und Rheinthal zu ihren Händen zu ziehen, und von einem Rcchtstitcl deren Erwerbes könnekeine Rede sein. Statt daher Kosten zu bezahlen, seien sie vielmcbr berechtigt, solche zu fordern. Sic seienimmer zum Frieden geneigt und crbötig gewesen, den Streit nach Anweisung der Bünde erledigen zu lassen.Gegen diese Erklärungen replicircn Zürich und Bern in folgender Weise: Sic verbleiben ohne jede weitereRechtfertigung ihres Vorgehens bei den gestrigen Vorschlägen; des Abtes Verfahren gegen Toggcnburg seigewaltthätig und ungcsczlich gewesen und Toggcnburg wäre ohne die Hilfe der zwei Städte jezt vollständigruinirt. Bevor sie zur Wehre gegriffen, haben sie ihre dringende» Vorstellungen gehörigen Orts gemacht.Erst nachdem die katholischen Orte die gemeinen Uutcrthancn „auflüpfig" gemacht, die Frciämtcr besezt undder Bereinigung ihrer Truppen entgegengetreten und Schanzwcrkc aufgeworfen, hätten sie die Hand auf Thurgaugeschlagen; haben die katholischen Orte nach Baden einen Comniandantcu geschikt, so seien auch sie als Mit-hcrrcn zum Einmarsch in'S Thurgau befugt gewesen. Die Vorgabe, die katholischen Ortc hätten lediglichzum Schuzc von Baden Vorkehrungen getroffen, sei nicht annehmbar. Luccrn habe noch während der Anwesenheitder Gesandten von Zürich und Bern in ihrer Stadt die Stükc aufführen lassen. Man mache so viel Aufhebens,daß sie die Uutcrthanen im Thurgau sich znschwörcu ließen; cS sei doch viel eher gerechtfertigt, sie in Gehorsamzu halten, als aufzuwiegeln. Hätte man ihre nach dem Toggcnburg geschiktc Mannschaft für HilfStruppcnanerkannt, so wäre der Krieg unterblieben. Bei der Besprechung mit dem französischen Gesandten in Königs-feldcn sei allerdings damals nur die Toggcnburgcrfrage im Wurfe gelegen; man habe aber damals ihreForderung wegen der Räumung der Stadt Baden hintaugesczt und so seien sie auch an ihr erstes Versprechennicht gebunden. Von dem begehrten Waffenstillstand wollen sie gar nichts hören; auch zur Austragimg dereinen und andern Differenz nach eidgenössischem Rechte könne» sie sich nicht verstehen, da man den Erfolgdesselben seit Langem kenne; es laute dies zwar lieblich, sei aber mehr ein idealer als reeller Trost. Schließlicherklären Zürich und Bern, sie wollen sich nicht lange herumzanken, sondern verlangen eine kategorische