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6,2,a (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1681 bis 1712
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1674
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Mai bis August 1712.

Abhilfe zu verlangen. 29. Mai. Aus zwei Zuschriften von Zürich und Bern an die unbctheiligtcn Ortegeht hervor, daß diese Stände vor ihrem Eintreffen in Aarburg auf den nächsten Dienstag eine Besprechungveranstaltet haben. Diese gesonderte Unterhandlung, die ganz wohl auch in Aarburg stattfiudcn könnte, erregtBefremden und die Bcrmuthung, man suche geflissentlich solche Verzögerungen, um der katholischen Eidgenossenschaftdie Bedingungen zu erschweren, weshalb man angezeigt findet, hierüber dem französischen Gesandten Mitteilungzu machen. Auf den Wunsch desselben treten sämmtliche katholische Gesandte zusammen. Diesen stellt er vor,alle Vorthcilc seien dermalen so sehr in den Händen von Zürich und Bern, daß wenig Gutes von einerVerhandlung zu hoffen sei, sondern die katholischen Orte vielmehr äußerst beflissen sein sollen, sich mit allenKräften zur Gegenwehr zu stellen. Dem König könne nicht zugemuthet werden, bei diesen Zcitläufen denSchuz seiner eigenen Lande zu vernachlässigen, um Andern Hilfe zu bringen. Leztere würde auch bei demMangel an Lebensmitteln in der Schweiz selbst äußerst erschwert und die Nachschleppung derselbe» aus Frank-reich erforderte so viel Zeit, daß die katholischen Orte unmöglich so lange zuwarten könnten. Doch wolle er,wenn die katholischen Orte hierüber schlüßig geworden und dies dem Ambassador eröffnet hätten, solches demKönige vorlegen und bestens empfehlen. Für diesmal habe er für gut gefunden, seinen Secrctär nach Bernzu senden, um daselbst nochmals vorzustellen, daß wenn cS wirklich nur um die Beilegung dcö Toggenburger-strcitcs zu thun sei, cS allein an Bern liege, dem Vaterland den Frieden zu erhalten. Nachdem der Botschafterabgetreten war, erklären sämmtliche Gesandte, dafür instruirt zu sein, in dieser betrübten Lage Alles zu thun,wozu sie durch Bünde und Abschiede verpflichtet seien. Gemäß der bestehenden Abschiede wird eine Ucbcrsichtaller verfügbaren Mannschaft zur Operation gegen Zürich und Bern aufgestellt und diese dem französischenGesandten eingehändigt. 36. M a i. (Luccrn, Uri, Untcrwaldcn, katholisch Glarus, Frciburg, Solothurn undJnncrrhodcn.) Den katholischen bcthciligtcn Orten sind aus Baden über Waldshut zwei Schreiben zugegangen,eines von Schultheiß und Rath, das andere von Obcrstwachtmcister Schnorf, worin sie auf ihre gefährlicheLage und das Anrükcn der feindlichen Truppen hinweisen und um Vcrhaltsbcfchlc bitten, da sie kaum aufSuccurs hoffen können. Die unbctheiligtcn Orte geben hierüber ihre Meinung unmaßgeblich dahin ab, mansolle Baden als wichtigen festen Punkt, der mit genügender Munition und einer tapfer» Bcsazung versehensei, nicht so leichter Dinge aufgeben, da dies den Fortgang der andern Pläne verhindern und man dabei soviel Zeit gewinnen könnte, entweder den Ort zu cntsczen, oder Zürich und Bern die Belagerung mit Rüksichtauf die immer noch zu hoffende Pacification aufheben würden. Die Gesandten der regierenden Orte, ausge-nommen katholisch GlaruS, das seine bisherige Neutralität nicht aufgeben will, pflichten bei und schreiben indiesem Sinn zurük. Herr Schnorf insbesondere wird noch beauftragt, den Herrn Crivclli und nach ihmLandshauptmann Rcding und Hauptmann Pfyffcr zu obersten Kricgsbcamtcn und Obcrofficicrcn zu ernennen.ES werden Statthalter Gallati, Vondcrweid und Sckclincistcr Mutz nach Aarburg geschikt, um in Erfahrungzu bringen, was Zürich und Bern bei ihrer Sondcrconfcrcnz in Langenthal in Anschlag bringen möchten unddamit wenn möglich im Namen aller unbctheiligtcn Orte dorthin geschrieben werde, daß allseitig die Feind-seligkeiten eingestellt und die Belagerung von Baden aufgehoben werde. 31. Mai. (Die nämlichen Orte.)Stadtvenner von Roll hat anläßlich seiner mündlichen Berichterstattung über den Verlauf der bisherigen Ver-handlungen von seinen Obern den Auftrag erhalten, zu eröffnen, Solothurn sei angesichts der bisherigennuzloscn Versuche und der Fortschritte, welche Zürich und Bern gewonnen und bei deren Absicht, die Sachenoch länger hintanzuhaltcn, ganz entschlossen, zur Rettung vor dem völligen Untergang Alles zu thun, waSdie Bünde, Abschiede und der goldene Bund ihm auferlegen, und verlangt, daß sich sämmtliche katholische Orte