1668
Mai 1712,
nach Schwyz und Zug sehr entblößt zu sein; schließlich willigt Uri auf Ratification ein; Untcrwaldcn solltehinwieder mit ungefähr 866 Mann, und Wallis und Frciburg mit je 1566 diese Diversion unternehmen.Dieses Unternehmen scheint um so erfolgreicher zu werden, als im Haslethal schlechtes Volk, viele Ana-baptisten und keine besondere Zuneigung zu Bern vorhanden seien und keine Reiterei verwendbar sei. Luccrnist bereit, von Marbach aus getreues Aufsehen zu halten; eine activc Bcthätigung von diesem Punkte auskann aber von ihm von vornherein nicht gefordert werden, da es seine Truppen für das eigene Land, Frci-ämtcr und die Grafschaft Baden bedarf und wirklich je 466 Mann Schwyz und Zug zugezogen sind. Untcr-waldcn soll in den ersten Tagen über diesen Plan sich gegenüber Uri klar aussprechen, und Uri sodannseinen Entschluß dem wallisischcn Kricgsrath bei seiner Durchreise eröffne», damit Wallis die nöthigc Anzeigean Frciburg machen und allseitig in größter Gchcimde Tag und Stunde bestimmt werden können, «. LautBericht des Herrn Courtcn hatte» die nunmehr vollzählig angelangten 1666 Mann aus Wallis Ordre, zurVcrthcidigung der verbündeten Orte daselbst Stellung zu nehmen und allenfalls auch offensiv vorzugehen.Da jedoch bishin Freiburg und Solothurn neutral geblieben und Wallis gegenüber den katholischen Ortennur die Pflicht der Vcrthcidigung hat. ist den Walliser Truppen gegen Erwartung der Befehl zugekommen,in den Orten selbst zu verbleiben und nicht in die Frciämtcr vorzurükcn, damit sie nicht beschuldigt werdenkönnen, den ersten Angriff auf die protestantischen Stände gethan zu haben. Ferner wird ersucht, den WalliserTruppen für ihr Geld guten Proviant und Lebensmittel zu beschaffen, und namentlich ohne Vorwisscn derRepublik keinen Frieden einzugehen, was als billig erachtet wird. Für diesen Zuzug und die getreue Beob-achtung der geheimen Abschiede wird Wallis unsterblicher Dank erstattet und versichert, daß die Truppenunvcrwcilt aus dem Freimut zurükgczogcn werden sollen, sofern eine Änderung der bisherigen Stellungen ver-langt werde; nebenbei wird aufmerksam gemacht, daß Bern am Freimut keinen Antheil habe. Die angeführteNeutralität von Frciburg und Solothurn betreffend kann nicht ungesagt bleiben, daß diese nicht zugegebenwerden kann, da Zürich im Thurgau die Untcrthanen den katholischen Orten ab- und sich allein zuschwörcnließ, und Bern in der Grafschaft Baden gewaltsam durchmarschirt ist und Religion und Region angegriffenhat, sonach jene gemäß Bünden und dem goldenen Bund zu Hilfe verpflichtet sind, wessen sie sich übrigensauf den Kriegsfall nie gcwidrigt haben. Ebenso wird Wallis auch zugesichert, seine Truppen bestens zu ver-pflegen und ohne sein Zuthun in keinerlei Verhandlungen über den Frieden einzutreten. Von dieser Be-sprechung und von der nach Zug angcscztcn Konferenz wird auch Solothurn für sich und zu Händen vonFrciburg Kcnntniß gegeben.
74!t.
Confcrenz der VII katholischen Orte.
Zug. 1712, 1». bis 211. Mai.
Staatsarchiv Lucer». Allg. Absch. v. 17l2. iol. «s.
Gesandte: Luccrn. Oberst Karl Anton Amrhyn; Heinrich Joseph Keller, Bauherr, beide des inncrnRaths. Uri. Karl AlphonS Beßlcr, Landammann; Joseph Anton Püntincr, alt-Landammann; Jost AntonSchmid, alt-Landammann; Martin Brand, des Ratbs. Schwyz. Joseph Franz Ehrlcr, Landammann; Gilg