Mai I71Z.
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Christoph Schorno, alt-Landammanu. Untcrwaldcn. Konrad von Flüc und Johann Franz Andcrhaldc»beide alt-Landammänncr; Joseph von MooS, des Raths von Obwalden; Sebastian Remigius Kaiser/Land-amniann; Joseph Jgnaz Stultz und Beat Jakob Leuw, beide alt-Landammänncr von Nidwalden. j „Christoph Andcrmatt, Ammann; Beat Jakob Zurlaubcn, alt-Ammann; Johann Jakob Brandenberg, Statt-halter; Johann Kaspar Eustcr und Oswald Hegglin, beide alt-Ammänncr; Oswald Kolin, Pailnerhcrr,Frciburg. Franz NiklauS Vondcrwcid, dcö Raths. Solothurn. Johann Jakob Joseph Glutz' Sckelmeistcr.
Die Ausschreibung dieses Tages ist erfolgt, weil die dcrmalige Sachlage den katholischen Orten keineandere Alternative mehr zuläßt, als entweder der gütlichen Handlung, für welche bereits wieder eine Tag-sazung auf Ölten und Aarburg ausgeschrieben ist, Plaz zu geben, oder die Kricgsopcrationcn zu beginnen,indem eine längere Unthätigkcit die Kräfte vollends aufzehren würde. Nach Verlesung verschiedener ZuschriftenthcilS an die Gesandten, thcils an die in Zug und Pfäffikon versammelten KricgSräthe über den Stand dermilitärischen Bewegungen, namentlich in der Grafschaft Baden und im Thurgau, wo sich die Zürcher de.»Vernehmen nach zum Angriff auf die Stadt Wyl conccntrircn, wird zuerst in Bcrathung gesczh in welcherWeise die Einladung der in Baden tagenden unparteiischen Orte zum Besuch der Tagsazung in Ölten undAarburg beantwortet werden solle. Luccrn' und Uri erklären, daß sie diese Tagsazung unbedenklich besuchenwerden; Schwyz, Untcrwaldcn und Zug sind ganz und gar dagegen, indem damit nichts Anderes beabsichtigtsei, als Zürich und Bern mehr Zeit gewinnen zu lassen; gcgcnthcils sollte eher davon gesprochen werden, wieman sich der Gewalt von Zürich und Bern erwehren wolle, weshalb sie Frciburg, Solothurn und Wallisvcrinöge des goldenen Bundes um Hilfe anrufen. Frciburg und Solothurn, die immer noch unbcthciligt sind,finden es unnöthig, ihre Ansichten, ob die Tagsazung zu besuchen sei oder nicht, auszusprechen; sie sindlediglich instruirt. Alles zu thun, was zu gütlicher Beilegung führen kann; wenn die vorgeschlagene Tag-sazung abgelehnt wird, sei die Mission ihrer Gesandten in Zug vollendet und haben sie einfach nach Hauszurükzukchrcn, damit ihre Obern sich gemäß der geheimen Abschiede zwischen Luccrn, Frciburg, Solothuri/undWallis in Postur stellen können. Zu den außerhalb des Gebietes der genannten Stände vorhabendenOperationen hätten Frciburg und Solothurn nicht mitzuwirken, da sie in den geheimen Abschieden der V Ortenicht begriffen seien. Hierauf wird aber rcplicirt, cS bestehe zwischen den geheimen Abschieden der drei Städteund Wallis und denjenigen der V Orte denn doch eine solche Conncxität, daß die Mitwirkung von Solothurn und -Frciburg nicht in Frage gcsezt werden dürfe. Von den in Baden regierenden Orten ist inzwischender Bericht cingckommcn, daß Zürich die auf Ölten und Aarburg angcscztc Confcrcnz besuchen wolle, sofernauch die katholischen Orte daselbst vertreten seien. Nach langer fruchtloser Besprechung machen Frciburg undSolothurn noch einmal darauf aufmerksam, eö sei für die katholischen Orte besser und leichter zu verant-worten, zur gütlichen Handlung Hand zu bieten als solche auszuschlagen, und geben zu Protokoll, daß ihreObern durch die Thcilnahme an dieser Tagsazung lediglich die Wiederherstellung der Ruhe im Vaterlandbeabsichtigen und keine Schuld tragen wollen, wenn etwa im Kriegsfälle den katholischen Orten ein unglüklichcr Streich versezt würde. Diese Verwahrung erfolge nicht etwa deshalb, als wollten sie sich im Kriegs-falle nicht gemäß den gcschworncn Bünden alö ehrliche Eidgenossen verhalten, sondern weil die Instructionenso lauten. Eö walte bei Frciburg uud Solothurn auch noch die große Frage, ob wenn eines oder mehrereOrte ungeachtet der noch vorhandenen Aussicht auf friedliche Auöcinandcrsezung dennoch den Krieg erklären,die andern zum Frieden geneigten Orte auch zum Krieg verpflichtet seien. Schwyz will in die Antwort aildie unparteiischen Orte aufnehmen, cS solle nicht nur die Räumung der Grafschaft Baden und des Thurgau,