Mai 1712, 1667
gewinnen. Die Gesandten in Baden erhalten den fernem Auftrag, die ganze Angelegenheit auch dem französischenBotschafter zu Händen des Königs dringendst zn empfehlen. IV. Die III Bünde sollen unter Erinnerungan die Bündnisse von 1497 und 1498 zu getreuem Aufsehen gemahnt werden. An die katholischen Grau-bündncr gehen noch besondere Mahnungen ab, wie denn von Lucern Landammann Püntincr hierzu mit dennöthigen Materialien bereits versehen ist. Glcichcrmassen wird Savoycn um die bundcSgcmäßc Hilfe angerufen.V. Sämmtlichc katholische Orte sollen einen KricgSrath nach Zug abordnen, da von da ans die Verbindungmit allen katholischen Ständen am leichtesten ist.
747.
Geheime Conferenz von Lncern, ttri, ttnterwalden und Wallis.
Luccrn. 1712, 14. Mai.
Staatsarchiv Lucern. Nngcb. Abschiede.
Gesandte: Lucern. Franz Lconz Meyer, Sekelmeister; Heinrich Ludwig Göldlin von Tiefenau, beidedes inncrn Raths, Uri. Jost Anton Schmid, alt-Landammann, Unterwaldcn. Johann Konrad vonFlüc, alt-Landammann von Obwalden; Joseph Jgnaz Stultz, alt-Landammann von Nidwaldcn. Wallis.Eugen von Courtcn, Statthalter des Landshauptmanns.
n. Da der KricgSrath der Republik Wallis zur Bcrathung der zu veranstaltenden geheimen Anschlägenoch nicht eingetroffen ist, werden vorerst die Ansichten über die neuerdings auf Ölten und Aarburg ausge-schriebene Tagsazung ausgetauscht und Luccrn überlassen, auf Dienstag den 17. Mai eine Conferenz allerkatholischen Orte und der Republik Wallis nach Zug einzuberufen. I». Obwohl Luccrn wegen der Subsidicndes päpstlichen Stuhles bereits an den Nuntius gelangt ist, wird in Anbetracht der schweren Zeiten und deräußersten Gefahr doch noch gutbcfundcn, auch dircct dem Papste selbst, wie dies andere Male in gleichenZeitlagcn auch der Fall war, die nachdrüklichstcn Vorstellungen zu unterbreiten, «». Da Zürich von denIII Bünden wirklich Hilfe begehrt hat, findet man cS am Plaze, daß die nächste Conferenz in Zug dieKatholischen in Bünden ermahne, mit allem Flcißc diese Hilfeleistung zu verhindern, wie jene sich da unddort schon dazu crbötig gezeigt haben sollen. «I. Panncrhcrr Courtcn, der nebst dem KricgSrath von Luccrnin Solothurn mit den geheimen Kricgöräthcn von Solothurn und Frciburg eonfcrirt hatte, berichtet, daß dieVerbindung der Walliser Truppen mit Frciburg bei Chillon durch die vier MandcmcntS nicht mehr in'S Werkgesezt werden könne, da die dortigen Pässe durch ein fliegendes Corps von 5000 Berncrn verlegt seien, unddaher ncuestcnS in Solothurn ein anderer Plan dahin beredet worden sei, daß gleichzeitig Uri von Waffenaus durch Mayen über den Sustcnbcrg, Wallis über den Lötschcnbcrg, die Grimscl und Sanetsch und Unter-waldcn über den Brünig in das Bcrncr Oberland einfallen und auf Thun loSmarschircn, während Frciburgüber Plaffcyen und Jaun verbrechen und sich bei Thun mit den übrigen Corps vereinigen würde. Die Aus-führung dieses Planes dckt die wichtigen Pässe von Uri, Unterwaldcn und Wallis und erschwert oder vcr-nnmöglicht die Abschucidnng der einzelnen Corps. Der Vorschlag wird gutgcfunden und in Abgang genügenderInstruction den geheimen Kricgsräthcn zu hinterbringen übernommen. Was die Stärke der einzelnen Corpsbetrifft, werden bei Uri einige hundert Mann verlangt, das jedoch glaubt, durch den Abschub seiner Truppen