April », Mai 1712,
1653
der rcformirtcn Rheinthalcr und der Graubündncr zu verhindern. Dieser Bericht wird den Gesandten inBaden zugeschrieben, 5, Mai. Die in Zug befindlichen KricgSräthc der vier Orte Luccrn, Uri, Unterwaldenund Zug haben laut Bericht des Statthalter Rcding sich einverstanden erklärt, daß sofort Feuerzeichen einge-richtet und in Bereitschaft gehalten werden in Pfäffikon, auf dem Roßberg, bei der Linde in Wenzingen, aufMichael Landtwingö Berg, Cham, auf dem Lindcnberg und in Muri, Ferner hat der Kricgörath in Zugauf den 6. Mai eine Confercnz der KricgSräthc von Pfäffikon und Zug nach Finstcrscc angcsczt, 9, Mai.Landanunann Schorn» gibt Bericht über die Verhandlungen der Tagsazung zu Baden, Solothurn habe sichnun wirklich auch in Postur gcsczt, Frciburg sei entschlossen, mit neun Regimentern, jedes 1200 Mann stark,sich mit Wallis in Verbindung zu sczcn. Am Bodenscc seien ebenfalls sechs kaiserliche Regimenter aufgestellt,u, s. w. Hierauf geben die Kriegsräthc von Luccrn die Erklärung ab, man solle nur angreifen und sagen,wo und wie der Angriff geschehen solle, so werde auch Luccrn mit gesammtcr Mannschaft oder einzelnenAbteilungen mitmachen; die KricgSräthc seien von ihren Obern instruirt, sich dem Commando von Schwyzganz zu untcrstellcn, 13. Mai. (Die IV Orte.) Landammann Schorns, der den KricgSräthen in Zug ei»Projcct über Offeusivoperationc» vorgelegt, berichtet, daß dagegen Bedenken laut wurden, sofern der ersteAnschlag fehlgehen sollte. Die Verbindung mit Zug erfordere wenigstens 1000 Mann; Zug wolle hicfür400 Mann in Mcnzingen bereit halten. Luccrn, Uri und Obwaldcn wollen die Antwort des BrigadierSonncnbcrg, der an der Reuß gegen die anrufenden Bcrncr steht, abwarten und dann ans einhelligen Schlußder katholischen Orte zur That schreiten. Nidwaldcn verlangt, daß das in Auflösung begriffene schwyzcrischcCorps wieder auf den Plaz gebracht werde. Schwyz ersucht, um der zu besorgende» Empörung seiner Truppenvorzubeugen, zum Angriff überzugehen und beklagt sich über die anhaltenden Verzögerungen. Uri schlägtvor, von Zürich und Bern die Zurükgabc des Thurgau und der andern von ihnen eingenommenen Orte zufordern und auf einen Abschlag simul ot ssmel den Krieg zu erklären. 14. Mai. Schwyz erneuert seineForderung, daß man sich bestimmt erkläre, ob die übrigen katholischen Orte mit und neben ihm zum Angriffübergehen wollen oder nicht, um so mehr, als unter den Soldaten die Rede gehe, daß einzig und allein derschwyzcrischc KricgSrath Schuld an der bisherige» Unthätigkcit sei. Die andern Orte dagegen können ohnevorherige neue Weisungen von ihren bisherigen Erklärungen nicht abgehen. Landshauptmann Püutincr erklärtgereizt ein für alle Mal, er wolle keinen Angriff, wofern nicht alle Orte dazu stimmen. 21. Mai. (Luccrn,Uri und Schwyz.) In Gemäßhcit der Beschlüsse auf dem lcztcn Tage zu Zug ziehen Luccrn, Uri und Unter-walden ihre gesammte Mannschaft mit Ausnahme von je 400 Urncrn und Untcrwaldncrn, welche als Bcsazungin RapperSwyl bleiben, zurük, um nach Zug und in die Grafschaft Baden vorzurükcn. Die genannten Orteerklären, daß sie mit Schmerzen den guten Eifer und Willen von Schwyz zu einen, Angriffskrieg gesehen, sichaber dazu ohne Zustimmung aller Orte nicht haben verstehen dürfen; sie können an einen Angriff durchZürich und Bern nicht glauben und sind der Ansicht, daß auch Glarus und die drei Bünde neutral bleiben,wenn nicht vorher ein Einfall in das Zürchcrgcbict erfolge. Schwyz solle daher nach Kräften seine Grenzenschüzen und auf guter Hut stehen. 22. Mai. Die Orte Luccrn, Uri und Unterwalden lehnen den Rathvon Schwyz, mit ihren Truppen den nächsten Weg nach Zug und Baar durch das Zürchcrgcbict über Hüttenzu nehmen, ab. Gleichen Abend marschircn die 400 Luecrncr in aller Stille ab und ihnen folgen in derNacht und am andern Morgen die Truppen von Uri und Unterwalden.
Über die fruchtlose» Bcrathungen der KricgSräthc in Pfäffikon sind insbesondere noch zu vergleichendie Acten des Staatsarchivs Lucern (Acten Toggenburg).