April u. Mai 1712.
1651
74t.
Verhandlungen der Kriegsräthc der V Orte.
Pfäffikon. !7l2, 24. April bis 22. Mai.
ZtandcSarchiV «<>,»»„. KritgSrathSProtokoN.
Gesandte: Lucern. Heinrich Joseph Keller, Bauherr; (Johann Ulrich) Dullikcr, Hauptmann. Uri.Joseph Anton Püntincr, alt-Landammann, Landshauptmann; Karl Franz Jauch, Zeughcrr. Schw pz. GilgChristoph Schorns, alt-Landa»nnann; Joseph Anton Rcding, Statthalter; Johann Walter Bellmont, Sckel-meistcr; Jost Rudolph Rcding, Landsfähnrich. Unterwaldc n. Johann Franz Andcrhaldcn, alt-Landan»nannvon Obwalden; Johann Jakob Achcrmann, Landshauptmann von Nidwaldcn. Zug. Christoph Ander-matt, Ammann.
24. April. Die schwpzcrischcn Officicrc zu Grynau haben einen Plan zu.» Angriff und zu einerDiversion nach der alten st. gallischen Landschaft entworfen, der darauf abzielt, den Rükmarsch der zürcherischenArmee bei Elgg zu veranlassen und den äbtischcn Truppen Luft zu machen. Die schwpzcrischcn Abgeordnetenbefürworten einen sofortigen Angriff mit allen verfügbaren Truppen, die Kriegsräthc von Luccrn aber sindfür einen Angriff nicht instruirt und müssen die Ausführung vcS Planes Schwpz überlassen. Uri spricht seineVerwunderung aus, daß man zum Angriff übergehen wolle, che und bevor man die Stellung und Stärke desFeindes kenne; wolle man einmal angreifen, so müsse doch vorher eine Verständigung der verschiedenen Corpsder katholischen Orte auf der ganzen Linie bis Lucern getroffen sein. Untcrwaldcn und Zug sind gegen einelängere Unthätigkcit, da hiedurch Zeit und Kraft verloren gehen. Es wird beschlossen, es solle jedes Ortbeförderlich um Ergänzung der Instructionen einkommcn und inzwischen alle Vorkehrungen zum Angriff undzur Verteidigung treffen. An den Landungsstcllcn in Pfäffikon, auf dem Hurdencrfcld und zu RappcrSwplwerden die nöthigcn Gräben aufgeworfen und die Pallisadcn gesczt. 28. April. Nachdem von Lucern derBericht eingetroffen, daß zu Solothurn eine Confcrenz der KricgSräthe von Luccrn, Frciburg, Solothurn undWallis zusammentreten, Luccrn indessen mit seinen Truppen in den Frciämtcrn vorrükcn und Wallis mitseinen Hilfstruppcn diese Woche eintreffen werden, hält Schwpz bei den übrigen Orten neuerdings ganzangelegentlich an, ohne Rüksicht auf diese Confcrenz, unter Fühlung mit Zug, den Angriff zu wagen. Es seijczt nicht rathsam zu confcrcnzircn, Zürich und Bern hätten denn zuvor die Waffen niedergelegt; auch vomAbte hätte man nicht geglaubt, daß er sich in jczigcr Lage auf eine Confcrenz einlassen würde. Vom Abteselbst geht eben die Meldung ein, daß Zürich Fraucnfeld eingenommen und die thurgauischcn rcformirtcnUntcrthanen sich zurükgczogcn haben. Der Landvogt und das Oberamt sind in Haft und die ganze Grafschaftvon Zürich in die Huldigung genommen worden. Dem Abt wird zugeschrieben, daß Arbon und Bischofzcllunter allen Umständen, sei cö mit eidgenössischen, sei es mit fremden Truppen bcsczt werden sollen. DeSNachmittags wird ein Entwurf über die Art und Weise der zu ergreifenden Offensive zu Papier verfaßt undden Regierungen zugestellt. Luccrn, Uri und Obwalden wollen sich zu der Offensive nicht verstehen, da sielediglich angewiesen seien, die schwpzcrischcn Grenzen zu bewachen und diese nicht überschreiten dürfen. Schwpzweist aber auf die Nothlagc, die Gefahr, die im Verzug liegt, die große Macht dcö FcindcS, die zu befürchtendeUntreue der Glarncr, die Einnahme von Fraucnfeld u. s. w. hin und ersucht daher diese drei Orte abermals,