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6,2,a (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1681 bis 1712
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Juni 171!,

724.

Conferenz der evangelischen Orte nnd Stadt St. Gallen.

Aarau. 1711, 3. bis 3. Juni.

GlaatSarchiv Zürich. Allg. Absch. Bd. »0. k«I. 20», »

Gesandte: Zürich. Johann Jakob Eschcr, Bürgermeister; Christoph Werdmüllcr, Sekelmeister. Bcr»-Johann Friedrich Willading, Schultheiß; Johann Rudolph Bucher, alt-Sekelmeistcr der deutschen Lande u»ddes Raths. Evangelisch Glarus. (Abwesend.) Basel. Balthasar Burkhardt, Bürgermeister; ChristiBurkhardt, Deputat und dcö Raths. Schaphausen. Johann Heinrich Ott, Statthalter; Melchior vo»Pfistcr», Sekelmeister. Appcnzell-Außerrhoden. Konrad Zcllweger, Landammann. Stadt St. Gallc»Konrad Fels und Jakob Schärcr, beide des Raths.

In Folge der Anstände mit dem Bischof von Basel wegen der Einwohner des Münstcrthalcs hatBern für angezeigt gefunden, diese Angelegenheit, die durch vielfache dircctc Unterhandlungen unter de»tcien nicht beigelegt werden konnte, an gemeine evangelische Orte zu bringen. Schultheiß von Willading Weinen ausführlichen Übcrblik über die Gestaltung der Dinge seit fast dreihundert Jahren. Die vonMünsterthalcrn ob dem Felsen angenommene bcrnischc Rcligionsreformation, die auch vom damaligen BW'von Basel genehm gehalten worden, erfahre nunmehr sammt dem ewigen Burgrccht mit Berit namentlichgegenwärtigen Bischof Johann Konrad stete Anfechtungen. In kirchlicher Beziehung suche man auf Schlußwegen papistischc Leute in das Thal ob dem Felsen, welches ausschließlich evangelisch sei, anzusiedeln, wogegendann in das katholische Thal unter dem Felsen kein Protcstircndcr eingelassen werde. In politischen »ndweltlichen Dingen erlaube man sich sehr viele Eingriffe in die FrcihcitSbriefe der Münstcrthaler und in den'»Burgrccht mit Bern; man drükc die Leute mit harten Beschwerden und unterfange sich Dinge, die sp^durch den Nidaucr Tractat von 1706 abgcthan worden seien. Da in all' diesem eine gütliche Verständigungmit dem Bischof nicht zu erlangen sei, derselbe kein Gehör schenken wolle, — dessen Gesandte zu Bern imverflossenen JahreS und im Januar abhin, unter denen sich namentlich Untervogt Schnorf von Baden cwihervorthat, hätten sich daselbst mit unauthcntischcn und unbegreiflichen Crcdcntialien eingefunden und schloßMangel an Instructionen vorgcschüzt, — so bleibe Bern nichts mehr übrig, als zu ernsthaften Mitteln, wc Hdie Deputirtcn nicht näher bezeichnen dürfen, zu greifen. Von vornherein lehne Bern jegliche äußere Bclmittlung und jegliches Schiedsgericht ab und könne auch eine Einmischung der VII katholischen Orte ^ihres Bündnisses mit dem Bischof vom Jahr 1610 zu keinen Zeiten zugeben; noch immer nähre esHoffnung, daß der Bischof der Billigkeit Plaz gebe, für alle Fälle aber ersucht Bern die evangelischen ^um getreues Aufsehen. Zürich sagt dies sofort zu, da es das Interesse von Bern mit dem Seinigen gc>»achte, hofft indessen auf Erhaltung des Friedens. Die Abgeordneten der Stadt St. Gallen hoffen, daß ^auf ihre Lage Rüksicht nehmen werde, da eine Verbindung des st. gallischen und pruntrutischen Hn" ^etwas TükischcS mit sich führen möchte, umsomchr als sich auch Landhofmcistcr Ringk von St. Gallen rn ^vier Monate in Pruntrut aufgehalten habe. In einem durch Expressen eingesandten Schreiben mahnt ^französische Botschafter, wegen des Münstcrthaler Handels, der von geringer Wichtigkeit sei, nichtgewaltthätigc, den alten und ersten schweizerischen Staatömaximcn widerstreitende Weise zu verfahren, nn>