September 171(1,
1605
Schimpf aufnehmen. So kommt der Gesandte von Bern zu dem Antrag, Toggcnburg soll unter dein ganzenZahlreichen Volk eine durchgängige Eintheilnng machen und die Bcsazung der wichtiger» Orte etwa kchrwcisc«"ordnen, ferner die Garnisonen hcrabsczcn und die Besoldungen der Officicrc und Soldaten auf einen NiedernFuß ftzcn. Aus den Äußerungen der Häupter des Standes Zürich und der Toggcnburgcr sei endlich zu ent-nehmen, daß man die nunmehrige gänzliche Beendigung des Streits gern sehen würde, Bern stellt daherfolgend!.. Anzug der Berathung anhcim: Weil wohl vorzusehen, daß weder die katholischen Orte noch derPrälat zur Wcitcrtreibung deS Geschäfts zu bringen seien, so lange sie den Kaiser am Rükcn haben und weil'"cht vcrmuthlich für Toggcnburg vor dem allgemeinen Frieden bessere Bedingungen als nach demselben zuwcg-gebracht werden dürften, so möchte rathsam sein, durch einen ausländischen evangelischen Gesandten oder durchnnc andere qualificirtc zuvcrläßigc Person dein Kaiser und dem Rcichsconvcnt in Regcnsburg eine gründlicheVorstellung über den Ursprung und den Verlauf des ganzen Streites zu machen, sowie daß Toggcnburg inkr Eidgenossenschaft cnclavirt und folglich laut westphälischcm Frieden cximirt sei. Darauf entgegnen dieToggcnburgcr, auch sie finden, daß vielleicht eine Gesandtschaft an den Kaiser und nach Regcnsburg nicht""fruchtbar sein dürfte, und überlassen daher diese Anregung dem klugen Ermessen beider Stände; dagegenl>"ben sie folgende Bedenken gegen die kchrwcisc Abwechslung der Garnisonen: 1, Die Landlcutc haben von""igen Orten l,cr fünf bis sechs Stunden bis nach den Schlössern zu gehen, weshalb ihnen diese Beschwerdek'rch die katholische Geistlichkeit „aufgemüzt" und die Landleute ..»willig gemacht werden möchten, 2, DerTin- und Auszug der Garnisonen biete nicht geringe Gefahr, da auch unter den Landleuten solche sind, denen"icht am besten zu trauen sei und wobei zu besorgen wäre, es möchte das kort ot kaidlo zu ihrer größtenGefahr entdckt werden 3. Bei solchen Leuten, welchen nicht wohl zu trauen, wäre die Munition, Pulver""b Blei und Anderes nicht sicher. 4, Deü wcitcntlcgcnstcn müßte zwei bis drei Tage vorher angezeigt'"erden daß der Garnisonsdienst an sie komme; diese könnten aber in der Zwischenzeit durch die Priesterschaft°kr andere dem Land abholde Leute durch Versprechungen, Drohungen oder Geldspende» u. s, w. abwendiggemacht werden u s w Dann sei der Winter vor der Thüre und wohl vorzusehen, was für Ungemach dem^"dvolk von daher entstehen würde. Wenn die gegenwärtig in 32 Mann bestehende Bcsazung von demLand erhalten werden müsse, können die Toggcnburgcr nicht bergen, daß vor und bei Einnahme der Schlösserkm Volke versichert worden sei, daß ihm diese Besazungen zu keiner Beschwerde gereichen sollen. Wenn dies"U" doch der Fall sein würde, so könne man leicht ermessen, welcher Unwillen i.» Lande entstehen müßte zu""er Zeit da der gemeine Mann nichts zu verdienen wisse und der Preis des Viehes um einen Sechstheil"bgeschlagm habe Von der Verminderung der Garnisonen und den Besoldungen könne keine Rede sein, u, s. w.Tic Verordneten beider Stände empfehlen darauf den Toggenburgern nochmals angelegentlich, die Sache so""Zurichten daß der gemeine Mann im Toggenburg zu dem an und für sich geringen Beitrag an die Unter-hul'ung der Garnisonen sich herbeilasse. Schließlich werden die gegenseit.gen Eröffnungen sowohl von de».
sandten von Bern als den geheimen Rächen von Zürich aä rokoronÄnm genommen,
(Umständliche Relation des Rathssubstitutcn L. Gofiweiler.)
Wir stellen in Nachfolgende», die wichtigern Schriftstüke über die mündlichen Verhandlungen derEonkeren- vom 20 September 1710 und die mittlerweile im Toggcnburg ausgekrochene» Mißhelligkeitc»unter den evanaelischen Häuptern Pannerherr Bosch und Rüdlinger zusammen,
11 171(1 10 Octobcr Schultheiß und katholische geheime Räthe an die vertrauten geheimen Räthe-n Zürich Durch' die Mißhelligkeitc.. zwischen den Herren Bösch und Rüdlinger, die troz aller bisherige»