1562 October 5709,
701.
Couferenz der evangelischen Orte und Stadt St. Gallen.
Baden. 2». October.
Staatsarchiv Zürich. All«, Adsch, Bd. 8S. k»I, 40».
Gesandte: Zürich. Johann Ludwig Hirzcl und David Holzhalb, beide Statthalter und des
Bern. Johann Friedrich Willading, Schultheiß; Abraham Tscharncr, des Raths. GlaruS.
Basel. Johann Balthasar Burkhardt, Bürgermeister; Christoph Burkhardt, Deputat und des Raths. Sch"'Hausen. Johannes Äöchlin, Bürgermeister; Johann Jakob Pepcr, Statthalter. Appcnzell-Außcrrho^"Laurenz Tanncr, Landammann. Stadt St. Gallen. Anton Locher, Sckclmcister und des Raths.(Abwesend.) -
Auf das Begehren der Stadt Basel hatte Zürich alle eidgenössischen und zugewandten Orteheutigen Tag zu einer allgemeinen Tagsazung einberufen; es haben aber nicht nur einzelne katholischeunter verschiedenen Vorwänden ihr Ausbleiben entschuldigt, sondern es hat auch die jüngst in Luccrn geh" ^katholische Confcrcnz den Besuch der Tagsazung insgcsannnt abgelehnt mit dem Verdcutcn, man solle vodie wcitschichtigcn uncrörtcrtcn eigenen Geschäfte, wie den Toggcnburgcrhandcl und den Streitfall derStein, freundcidgcnössisch beilegen. In erster Linie will Zürich die Ansichten der Orte über diese Haltung ^katholischen Stände vernehmen »nid dann bcrathcn, was in der Sache zu thun sein wird. Es liegt hu
lichcn Gesandten klar vor, daß die katholischen Orte diese Tagsazung nicht besuchen, weil sie allem Ausch''
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nach die Anlicgcnhcit der Stadt Basel wenig zu Herzen genommen, sondern vielmehr unter der H""
Unwillen, welchen Frankreich seit dem Durchbruch des Generals Mcrcy gegen Basel bezeigt, zu
trachten. Es wird beschlossen, den katholischen Orten ebenfalls im Namen aller evangelischen Orte zu ^Worten und ihre Abwesenheit zu rügen. Die Stadt St. Gallen hat aber der Nachbarschaft wegenAbte etwas Bedenken, sich mit den übrigen Orten über das Toggcnburgcr Geschäft einzulassen. Aus ^Grunde wird das Antwortschreiben in folgender Fassung überlassen: Man hätte wünschen mögen, ^ .katholischen Orte dem angelegentlichen Ruf der Stadt Basel, als cincö bedeutenden Gliedes derschaft, geneigtes Gehör geschenkt und ihre Gesandtschaften nach Baden abgeordnet hätten, um die Sichel' ^der Grenzen gemeinsam zu berathcn. Die Gründe, daß doch nichts Ersprießliches erzielt würde, büß ' ^dahingestellt; die katholischen Orte werden aber nicht in Abrede stellen können, daß eben die Söndcruwss' ^gcmcineidgcnössischcn Geschäften, besonders da, wo es Hilfe und Rath suchende Mitcidgcnosscn bettelstGesandten der fremden Mächte das schwindende Vertrauen der Eidgenossen klar darlegen und dem g ^eidgenössischen Wesen gewiß zu keinem Gedeihen helfen werden. Zum Beweise, daß die evangclischc» ^mit dem Ruhestand des Vaterlandes ernst nehmen, werden sie mündlich und schriftlich die Gciandtcu ^ ^fremden Mächte kraft der Bünde und Verträge ersuchen, das Gebiet der Eidgenossenschaft zudie Kricgsvölkcr aus ihrer Nähe zurükzuziehcn. Was das Toggcnburgcr Geschäft betreffe, wissen dutischen Orte den Verlauf von Tag zu Tag, die evangelischen Stände seien daher nicht verpflichtet, sich d" ^auszulassen, wer die Erheiterung der Mediation veranlaßt habe. Die Wahrheit sei einfach so:Toggcnburgcr und der Abt zu Baden in Rede und Widerrede sattsam angehört worden, seien die gc>""