300Sie glaubten schon überflüssig genug gethan zu haben, alssie dem Jagdrecht, dem Zehnten u. s. w. entsagten.Auf der andern Seite heuchelten viele Abgeordnetedes dritten Standes Liebe zum allgemeinen Besten; imGrunde aber lag ihnen bloß ihr eigener Vortheil an.Die Geistlichkeit des zweiten Ranges hegte keine wah-re Zuneigung gegen ihr Mutterland. Die Mitglieder der-selben schielten nach dem Krummstabe. Und wurden sie inder Folge nicht eben das, was sie den ehemaligen Bischöfenmit so vieler Bitterkeit vorgeworfen hatten? Hielten sie,ohnerachtet ihres Konstitutionseides, nicht steif und festüber ihre hohen Mützen und vergoldeten Stäbe? Gott istdurch die eine Art der Priester eben so schlecht bedient,als durch die andre.Die Advokaten und Prokuratoren, deren es in der erstenNationalversammlung außerordentlich viele gab, hatten nureinen einzigen Zweck. Und der bestand darin, sich auf dieStellen der ehemaligen obrigkeitlichen Personen hinauf zuschwingen. Dies gelang ihnen nur allzu gut.Die Klasse der reichen Kaufleute, der Bankiers u. s. w.beneidete schon seit langer Zeit die Vorrechte des Adels.Sie arbeitete an dem Sturz desselben, um nachher den er-ledigten Platz einzunehmen. Im Laufe der Revolutionstellten sie sich als heftige Demokraten; jetzt sind sie Aristo-kraten geworden, und zwar weit gefährlichere Aristokratenals die ehemaligen Adlichen.Der Landmann selbst, bei dem man doch mit Grundmehr Tugend und Rechtschaffenheit voraussetzen konnte,als bei den übrigen Ständen — der Landmann selbst warnicht frei von Privatabsichten. Es konnte nicht andersseyn; die Aufhebung der Lehenrechte mußte ihm vor allem
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