Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
297
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297Sitten wurden durch das Beispiel der Hauptstadt verdorben.Die Gunstbezeugungen des Hofes schläferten sie ein; dasGold des Hauses Orleans dingte sie zu dessen Trabanten.Es ist ausgemacht, daß Mirabeau monatlich 12,000 Lp.Besoldung aus der königlichen Schatzkammer zog. 1) Erwar unverschämt genug, dies öffentlich zu erzählen. Die La-meths, gleich ihm Kreaturen des Versailler Schlosses,zähmten bald den sogenanten kleinen Barnave undden Schlächter Legendre. Der eine war wichtig undbedeutend für das Innere der Nationalversammlung; derandre war höchst brauchbar, um den Pöbel in Bewegungzu setzen. Legendre äußerte schon damals republikanischeGesinnungen; bei vorkommender Gelegenheit konnte darausder größte Nutzen gezogen werden. Zudem hatte er vielenEinfluß auf die Pariser Metzgerbursche, und diesen war ei-ne bedeutende Rolle in dem blutigen Trauerspiele zuge-dacht, welches den Thron umstürzen, oder wenigstensLudwig XVI. von demselben herabstoßen sollte. Denndaß die Lameths an den Herzog von Orleans ver-kauft waren, ist weltbekannt.Doch, es ereignete sich mehr als ein Verbrechen, wel-ches man ohne höchst ungerecht zu handeln derkonstituirenden Versammlung nicht aufbürden darf. Die1) Man sehe die Denuntiation, welche Oudant am 8. Oct.1792 machte. Er beweist darin, daß Mirabeau durch dieHände Talans und durch die Vermittelung Lafayette's24000 Livr. von der Civilliste empfangen habe. Am nämlichenTage ward Mirabeau's Brustbild auf dem Greveplatzaufgehangen.Der Verfasser.