Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
295
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295ward frei; mit geringen Kosten, schier ohne Schwertstreich.Und doch war es eben so schwierig, Tarquin den Stol-ten, als den Hof Ludwig XVI. zu bezwingen.Der Untersuchungsausschuß zog von allen Ecken und En-den zu gleicher Zeit Bericht ein; und doch konnte er nichteinmal den Auftritten des 5. Oct. vorbeugen, die jeder,nicht ganz Blinde, wenigstens vier Tage voraus sah.Wir müßen es also sagen, wiewohl dies Bekenntnißuns weh thut: die konstituirende Versammlung besaß un-gleich mehr Talente und Einsichten als Brutus und seinKollege Valerius Publicola; aber es fehlte ihr anjenen Tugenden, an jener Festigkeit des Charakters, welcheden schönsten Schmuck der ersten Konsuln Roms ausmach-ten. Dies fühlte die Nationalversammlung selbst, und des-wegen glaubte sie sich bloß durch Volksgunst in ihrer Re-gierung befestigen zu können; diese Volksgunst möge übri-gens kosten, was sie irgend wolle. Brutus gewann auch dieGunst seiner Römer, aber lediglich durch seinen kraftvol-len Haß gegen jedwede Art des Despotismus; unsere Sena-toren, im Gegentheil, glaubten und dieser Ausdruck istnicht zu stark mit den Bösewichtern gemeinschaftliche Sachemachen zu müßen, die man unter das Volk gehetzt hatte,damit doch ja die französische Freiheit, schon in ihrer Wiegemit allen möglichen Gräueln besudelt würde. Kurz und gut;der Untersuchungsausschuß in der konstituirenden Versamm-lung war nichts anders als der Sicherheitsausschuß im Na-tionalkonvent. Diese beiden Inquisitionstribunale verfuhrennach einerlei Grundsätzen; darf man sich also wundern, daßihre Insultate so genau miteinander übereinstimmen? Bei-de glaubten, man könne die Verbrechen des Königthumsnur durch die Abscheulichkeiten der Anarchie ins Vergessen