— 251Ein Beschluß der konstituirenden Versammlung ver-setzte den Parlamentern den Todesstreich. Dasjenige zu Aixweigerte sich, gleich den mehrsten andern, den Willen derNation anzuerkennen. In dieser Stadt hatten die Patrio-ten eine geschlossene Gesellschaft errichtet. Die Freun-de des Königs und der Geistlichkeit säumtennicht, etwas Aehnliches zu Stande zu bringen. EinigeMitglieder der Erstern giengen eines Tages vor dem Kasse-hause der Adlichen vorüber. Eine Menge der Letzternsprengt, mit Schwertern und Pistolen bewaffnet, hervor;überschüttet die Patrioten mit Schimpfwörtern, greift siean, verwundet mehrere derselben, und tödtet einen davonauf der Stelle. Dies geschah am hellen Mittag; ein wü-thender Bürgerkrieg war seinem Ausbruch ganz nah. DieWeisheit der Soldaten verhinderte ihn. Sie weigerten sichden Befehlen ihres Stabs zu gehorchen, der aus lauterFreunden des Königs und des Klerus bestand.Das auf eine so niederträchtige und hämische Weise ge-reitzte Volk konnte durch seine Obern nicht im Zaume ge-halten werden. Es verlangt Rache an den Urhebern jenerabscheulichen That. Sie waren im Gefängniß; aber einVerhaft war keine vollgültige Zahlung für unschuldig ver-gossenes Blut. Zwei Adliche werden mit Gewalt aus ihrenKerkern gerissen; nichts ist vermögend ihren Untergang zuhemmen. Sie hießen Morlet und Pascalis; letztererein Rechtsgelehrter. Ein Dritter, Namens Guirro-man, erfuhr das nämliche Schicksal. Er wurde, gleichden beiden andern, aufgeknüpft.Die Bürger von Perpignan wurden um dieselbe Zeitund auf dieselbe Weise gereitzt; aber sie verstanden die Kunst,ihrer gerechten Empfindlichkeit Schranken zu setzen.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten