August u, September 1695.
leiten, daß die Katholischen ihre Deklaration nicht nach der evangelischen einrichten könne», das heißt, daßbeide Thcile ihre Erklärungen gleichzeitig in Schrift eingeben sollen. LeztcrcS geschieht den 30. August, dochbewegt sich die Dcclaration der evangelischen Orte in allgemeinen Auödrüken, während die der katholischenOrte ganz special ist, weshalb die Katholischen Nachmittags ganz höhnisch angebracht haben, die Parteienhätten hierin nicht nach gleichem Schritt gehandelt, indem die eine Declaration in guten Treuen, die andereaber so caplios und unfvrmalisch laute, daß man nicht wissen möge, was gc eigentlich bcjage. Die katho-lischen Orte können daher die zürcherische Erklärung nicht anders als ein Amüsement aufnehmen und wünschenbahcr, daß Zürich und GlaruS sich näher erklären, worin ihre Beschwerden bestehen. Daraus wird von den^sandten von Bern geantwortet, man solle sich katholischcrscits über die zürcherische Erklärung eben nichtbefremden, da man durch das bisherige Verfahren der Katholischen genügsamen Anlaß habe, sich nicht voll-lennnen bloßzugcben. Schließlich werden alle drei Actcnstükc, nämlich der Vorschlag und du Elktärungcndarüber von Seite der beiden Theilc, diesen zugestellt und wird ihnen überlassen, die fernere verlangendeErläuterung darüber zu geben. Nach beendigter unintcrcssirtcr Session versammeln sich die evangelischen Orte,be»e» Bürgermeister Eschcr im Vertrauen meldet, daß sein Mitgesandtcr, Sckclmcister Wascr, nach Zürich ver-öle, den Zustand der Sachen zu erzählen und zu vernehmen, ob man von dem Ncchtöstand abstehen und sich"> Traetate einlassen solle; inzwischen ersuche Zürich um Rath, wie dem Begehren der Katholischen zu^g"en sein werde Die Meinung der Evangelischen über lcztcrn Punkt geht dahin, der morgige» Sessionm »nbetheiligtenOrte unverhalten zu sagen, man habe von dem, waS leztlich vorgefallen, dem BurgermeisterE'chcr Kenntniß gegeben; dieser beschwere sich aber, in Abwesenheit des Sckelmeister Waser, der übrigens"""gen wieder in Bado» eintreffen werde, sich "ähcr auszusprechen. Den 3t. August erklären die katholischenOrte sich b„cit die Ankunft des Sckelmeister Wascr gern erwarten zu wollen. Nach Ankunft des lcztern'""sc" die Gesandten von Zürich den andern evangelischen Or.cn eine genauere Erklärung über das Project°"> und fragen an, ob sie den Aufsaz also, oder in abgeänderter Form eingeben sollen. Es wird ihnen das"Wc angcrathcn; man werde in der gemeinsamen Session dann schon nur zu viel sehen, was de» Katho-'hchcn darin im Wege liege. 7. Bei dieser Gelegenheit wird den zürcherischen Gesandten von Bern vor-macht, aus Befehl der katholischen Session durch Schultheiß Heid vernommen zu haben, daß man druntenb°" Bädern, auf de», „Märit" zu Zurzach und sonsten durch Schreiben von vornehmen Partieularen7« Zürich erfahren müsse, daß man zu Zürich allerhand wcitauösehende Verfassungen vornehme, so weit,M man dort nicht nur ein armirteS Kriegsschiff bereits in See gestoßen, sondern auch den freien Handel""b Wandel insoweit gesperrt habe, daß die zürcherischen ordinari Marktschiffc nicht mehr in den ObersteMl", was Alles in Verbindung mit dem Umstand, daß Zürich das abgeredete Fncdensmandat in seinem^>et »och „ich. verkündigt habe, zu allerhand unguten Gedanken Anlaß gebe. Zürich antwortet darauf,Mch ungeschiktc Leute mögen bei ihnen ungute Reden vorgegangen sein, von vornehmen Personen glaube7" "icht, daß sie so etwas gesagt oder geschrieben haben; es sei auch nicht minder, daß man sich in etwelche. ""tschaft gestellt, wozu die unruhige Nachbarschaft Anlaß gegeben habe. Wegen des Kriegsschiffes habe cSM Bcwandtniß/unlängst seien der Erbprinz von Hessen-Kassel und nachmals der Markgraf von Baden beiMr Durchreist und thcilö abgelegten Visiten auf demselben bcwirthct worden und sei das Schiff seither fürM Divertissement der Constablercompagnic im See geblieben, waö jeden Herbst vorkomme. Die Markt-haben sie nicht alle unter einem Mal in den obcrn See lassen können, weil der Gegcnpart bei den,Migen »och offcnen Joche der Rappcrswylcr Brükc große Hölzer mit Eiscnbeschlägcn habe legen lassen, wo-