August 1693,
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Untcrthancn mißhandelt und gefangen genommen wurden, vergleiche man die Acte» Wartauerhaudel imStaatsarchiv Zürich, Die Sache wurde gütlich dahin erledigt, daß Uznach für die Mißhandlung eine Strafevvn 45l> Thalcrn zahlen mußte, wgs den 14, Decembcr 1695 geschah,
3. Zu I». Der Spiegel, den die Tagsazungshcrren einander vorhielten, lautet also: „Zum Beschlußdieser Handlung wird auö wahr eidgenössischer Aufrichtigkeit und bester Wohlmcinung »achdrüklich erinnert,wie daß keine Nation, die mehr Gottes Gnade und Güte genieße, als die unsrige; denn Gott der Herrhabe uns aller Welt vorgestellt zu einem Wunderspiegel seiner Erbärmd; er habe aber zugleich sein Rache-schwert des Kriegs gezüket und über unsere Häupter ganz glänzend an ein klein Häärlein, wie jenemSchmeichler Damocli von seinem Fürsten bcschchen, gchcnket. Daß dessen die größte Ursache unscr(es) gott-losc(s) Wesen und die offenbaren Ungerechtigkeiten, die im Land leider emporkommen, wird Niemand wider-spreche», Das erste zwar (gc)hörc nicht in und vor gegenwärtige Versammlung, sondern auf die Kanzel;von dem andern (sei) zu rede», wie es beschchc, aus Trieb einer aufrichtigen Sorgfalt zu Erhaltung deslieben Vaterlandes, also erfordere es auch die Nothwendigkcit, Die hohen Obrigkeiten werden von Gottsclbsten Götter genannt darum, daß sie seine Statthalter auf Erden; sie werden Väter des Lands genannt,dafür daß selbige für der Einwohner des Lands Wohlfahrt sorgen sollen, als ein Vater für das Heil seinerHaushaltung, Gott sei gerecht. Ein Vater soll sein liebreich; nun sei männiglich bekannt, ja wir in nnsermGewissen überzeugt und sehen es täglich vor Augen, daß der verfluchte Judcnschwarm eine rechte Pestilenz>» unser» Landen, so daß wann ein Jude in eines Christen Haus eintritt, zugleich der Fluch ihm nachfolgetund nicht nachlasset, bis die Haushaltung unter über sich. Wie wolle» wir aber eö vor Gott dem gerechtenRichter und himmlischen Vater verantworten, wenn wir unsere armen llntcrthanc» diese» müßiggchendcnWölfen in den Rache» stoßen? Darum und weil diese badischc Regierung wiederum an lvbl, Stadt Zürichkommt, werde heiingcstcllct, ob nicht auf künftige Johann! Jahrrcchnung die Herren Ehrcngcsandtcn mitInstruction von dieses schädlichen Gesindels Abschaffung cinkonnnen möchten, um so viel mehr, weil derSchaden auf das ganze Land, der Nuzcn aber allein auf wenig Personen fließe. Wie die Ungerechtigkeitkniporkommcn, wie wir in gemeinen Herrschaften, in eignen Landen, insonderheit i» dieser Stuben in desgerechte» Gottes und eines liebreichen Vaters Fufistapfe» treten, zeiget aber leider die tägliche Erfahrung,Oder mag neben der Gerechtigkeit bestehen; wenn Landvögtc zu Zurzach faule Dirnen bestellen und auf derObrigkeit Kosten erhalten, zu dem End, daß sie ehrliche Leute fällen und von denselben Geld bekommen ?ssst'ö vor dem gerechten Gott verantwortlich, wen» das Recht um Geld feilgeboten und den Parteien, wieseither» etlichen Jahren hier beschchen, versprochen wird, um gewisses Geld drei oder vier Stimmen zu ver-sichern; auch nach ausgefällten Urtcln die Leute in die Kammer bcschikt, mit Arreste» bedräuet und angezeigtwird, weil die andere Partei so viel versprochen, wollen sie von ihnen auch so viel haben? Kann auch dergerechte Gott länger zusehe», wen», wie heutiges Tages geschieht, ein geringer Fehler und entfallene Worte,b"ku etliche Leute oft gercizct werden, Buße» nicht von 29, 4i>, 1l)i) Gulden, nicht von ein, zwei oder drei-hundert, sondern bis 1 bis 4 und 5l>«1) Gulden angelegt werden; wenn löbliche Orte den llntcrthanc» um^)r g»t Geld Ortsstimmen crtheilcn, hernach ihnen selbige wieder nehmen, allein unter dem Vorwand, manhabe sonst nichts von dem Thurgäu; wen» wider ernstliche Buße» geahndet und rcpräscutirt wird, daßhierbei große Ungerechtigkeiten verübt, daö Land übel verschreit und GottcS Gerichte erholet werden, dieAntworten auch wohl von den Gcscheidcstc» folgen: Man wolle ebenso gern viel als wenig verantworten ?^ sich zu verwundern, wenn über solche Obrigkeiten geklagt wird, von alten ehrliche» Leuten dieser Aus-spruch gefallen, es werde nicht besser, bis diejenigen, deren Großeltern andcrwegcn verübten Drangs undZwangs zum Land auSgcjagt, auch verjagt werden? Wie wir aber dcö Titels der Götter auf Erde» uns""würdig machen, also ebenso wenig könne» wir mit Billigkeit uns des Titels sorgfältiger LandSväter rühmen,Db°r wo ist die Liebe eines Vaters, wen» er seine Kinder dem Wolf in Rachen schiebt, wie wir, als vor-cr«>eldet, unsere Unterthanc» den müssiggehcndcn Juden? Wo ist unsere väterliche Sorgfalt, wenn wirRschchcn lasse», daß ehrliche Haushaltungen, ganze Gemeinden sich in Trölhändcl» ruiniren und verderben?^sv gehet es dieser Zeit in unser» Landen diesseits, da jenseits des Gcbirgs noch viel ärger verfahren wird.