August 1695,
Memorials entschuldigen sich einige Orte, daß sie keine Völker in französischen Diensten haben; ändertbestreiten, daß sich die Ihrigen verfehlt haben; andere glauben diese Handlungen als befugt ansehe»können, weil ihre Voreltern auch in den Niederlanden gedient haben; andere endlich meinen der Neutral'^Genüge zu leisten, weil sie beiden Thcilcn dienen, Obschon es schwer hält, so viele Ansichten zu vereinige"'wird doch nachdrüklich auf die Gefahr hingewiesen, die der Unwille einer so großen Macht ans die Eidg^nosscnschaft wälzen könnte. Da die meisten Orte der Ansicht sind, es bei den frühem Erklärungen bewende"zu lassen und deshalb eine besondere Antwort nicht nöthig finden, so wiederholt der Gesandte mit eine"'Memorial vom 1k. September seine Rcelamation und ersucht die Orte, sich nicht durch fremde Einflüstern")''"einnehmen zu lassen, da unbestreitbar sei, daß die Transgrcfsioncn, deren Abschaffung versprochen worden g''noch immer fortdauern. Darauf wird endlich unterm 17. September die Antwort crtheilt, weil die meiste"Gesandtschaften diesfalls nicht instruirt seien, nehme man die beiden Mcmorialc zur Beantwortung durch ^Obrigkeiten in den Abschied, Inzwischen beziehe man sich auf die früher» Erklärungen und namentlich "diejenige der Jahrrechnungstagsazung von 1K9.1, Untcrwaldcn kann sich instruetionSgcmäß hierüber ^erklären, bis das wartauische Geschäft erledigt ist. I'u. sx. (S. u, Thurgau.) Ii. Der an den kaistrü 'Gesandten abgcschikte Ausschuß überbringt den Bericht, derselbe habe sich anfangs für die Antwort aus >'Memoriale bedankt, dann aber geäußert, daß man ihm wohl eine vergnüglichere Antwort hätte g^können; er werde nächstens nach Wien reisen, wo man ihn schwerlich gilt empfangen werde, da auf st'^fällige Schritte keine Abhilfe erfolgt sei; er bitte wenigstens in den Abschied zu nehmen, daß, da die "aä reloremlum genommen sei, eine baldige Antwort erfolgen werde. Schwpz, Zug, katholisch ^ 'Freiburg, Solothurn und Appcnzcll-Jnncrrhodcn lassen es einfach bei ihren theils ältcrn, thcilöErklärungen und großen Gewaltöcrkcnntnisscn bewenden; andere nehmen die Sache nel roferemluw ^Nidwaldcn bleibt bei seiner eröffneten Instruction. I. Behufs Erledigung der mittelst Wegnahmerheincckischen Schiffes begangenen Gcbictsvcrlczung erlegt der kaiserliche Gesandte die noch ausstehende» - ^Gulden. (S. auch u. Rheinthal Art. 11k.) It. (S. u. vier cnnctb. Vogteien übcrh.) I—1>- ^Thurgau.)
Besondere Verhandlungen der katholischen Orte.
«». (Die katholischen Sarganö regierenden Orte.) Am Vorabend der Tagsazung haben sich diercndcn katholischen Orte des Sarganserlandes zu einer Vorbcrathung deö Wartaucrgeschäftcs versammelt.berichtet Luccrn, daß laut einem vom Landvogt und Landschreiber zu SarganS cingcsaudtcn nanu"Verzeichnis^ sich zu Wartall nur drei katholische Personen, darunter zwei Kinder, befinden, stebzeh»
Palfrei wohnen; unter dieser Zahl seien nur sechs Ncubckehrte; auch haben die von Palfrci eineStunde weniger weit nach Sarganö, als nach Wartau. In Anbetracht dessen wird angeregt, ob ma» ^unter Verwahrung der Bcfugsamc, die Einstellung der katholischen Religionöübung zu Wartau anbiete" ^Obschon man sich mit Ausnahme von Ob- lind Nidwaldcn mit Ratificationsvorbchalt hiezuspricht, wenn damit geholfen werden könnte, so wird doch die Sache bis auf weitere Behandln») ,gestellt. Inzwischen wird der Gegenstand von Zürich in der Session angezogen und von den ^Orten darauf geantwortet, jedoch nur pro inkormutiono und keineswegs, um etwas in'S Recht zu .„clbeide Thcilc auf ihrer Meinung bleiben, werden sie von den unbetheiligtcn Orten nochmals z» st"''Pcrgleichung zusammcngcwicscn. Unterdessen vernehmen die katholischen Gesandtschaften durch diese»')