245Mordthat, begangen zu Rom, um der Fran-zosen Willen, im Okt. 1790.Die Nationalversammlung hatte erklärt, daß die, bisherpäbstliche, Grafschaft Venaissin einen Theil von Frankreichausmache und zu diesem Staate gehöre. Die Polignac'sund viele andere adliche Familien strömten nach Rom.Die jungen franz. Künstler, ihrerseits, freuten sich über dieFortschritte der Freiheit in ihrem Vaterlande. Die Aus-brüche ihrer gerechten Freude konnten ihnen schlechterdingsnicht als ein Aufruhr ausgelegt werden; die ausgewander-ten Edelleute verbanden sich deswegen mit den römischenPatriziern, und beschlossen, ihre Bedienten reichlich dafürzu beschenken, wenn sie die jungen Künstler reitzen und da-durch zu irgend einer Uebereilung verleiten könnten. EinZögling lustwandelt allein in der umliegenden Gegend; erist in das Anschauen so vieler Meisterwerke versunken. Plötz-lich fallen vier Bediente, als gemeine Leute verkleidet,über ihn her; reißen ihm die dreifarbige Kokarde vom Huthtreten sie mit Füßen und berathschlagen darüber, wie sieihn wohl am besten aus der Welt schaffen. Zu gutemGlück kommt ein junger römischer Bürger, gleichfalls einKünstler und ein Freund der Franzosen, in dieselbe Gegend.Im Nu verändert sich die Scene. Die zwei jungen Leutewerfen sich mit vereinten Kräften auf jene feigen Schurken,welche sogleich die Flucht ergreifen. Doch sind die beidenFreunde so glücklich, den einen noch zu erreichen und festzu nehmen. Vor Gericht ergiebt es sich, daß er dem HausePolignac angehöre.Auf diese Nachricht versammeln sich alle Zöglinge derAkademie von Frankreich und verlangen Genugthuung. Sie
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