Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
244
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244Fahne aufgesteckt. Die Arbeiter aus den Steinbrüchen ant-worteten darauf mit einem lebhaften, gegen die Linien-truppen gerichteten Feuer. Diese blieben ihnen nichtsschuldig; sie hatten Befehl erhalten, Gewalt mit Gewaltabzutreiben. Die Folge davon war, daß fünf und vierzigMänner, zwei Kinder und vier Weiber auf das Pflaster ge-streckt wurden. Das damals abgefaßte Protokoll gab dieZahl der Getödteten nur auf acht oder zehn an, und be-merkte dabei, daß diese lediglich unter dem angreifendenTheil gefallen wären.Der Anblick des, mit Leichen bedeckten Kampfplatzesbrachte viele zum Nachdenken. Die Sturmglocke hörte aufzu läuten; man schnitt sogleich das Seil von derselben.Die konstituirende Versammlung gab ihrem Untersu-chungsausschuß den Auftrag, die Gründe und die Mittelauszuspähn, deren man sich zu Aufreitzung des Volks bedienthatte. Allein dazu war vieler Scharfsinn vonnöthen. Derimmer steigende Getreidepreis diente in Angers, so wie an-derwärts zum Vorwande. Wann das Volk gegründete Ur-sache hat, mißvergnügt zu seyn, dann ist es auch sehr leicht,dasselbe zu unbesonnenen Schritten zu verleiten. Ungerech-tigkeit ist die Mutter der Zügellosigkeit; und Mangel ist derVater des Raubes.Das Ereigniß zu Angers hat inzwischen eine bemerkens-werthe Seite. Die Aufrührer mußten eben nicht sehr furcht-bar seyn; denn es gelang ihnen nicht einmal irgend eineder Linientruppen, oder der damit vereinigten Nationalgar-de tödtlich zu verwunden. Sie allein bezahlten mit ihremBlute auf dem Marsfelde und in den Straßen der Stadt.