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October 1K9V.
Mann von der alten waldcnsischcn Religion in ihren Thälrrn und bcnuzen etwa zehn Kirchen, so daß fürdie Fortpflanzung des alten Glaubens Hoffnung vorhanden sei. Diese Leute bilden in Betreff ihrcS l5iv>üstandcs gewissermaßen eine kleine Republik. Auf Zürichs Antrag werden ihm an seine Reisekosten von dc»V Städten bvl) Rcichsthalcr votirt. Zürich, Basel und Schaffhauscn erlegen ihr Bctrcffniß sogleich,und St. Gallen behalten die Genehmigung ihrer Obrigkeiten vor.
lW.
Conferenz der Städte Zürich und Bern.
«er,», ttiittt, 3. Oktober.
Staatsarchiv Bern. Gmsbuch v. S. 4S6.
Gesandte: Zürich. Andreas Mcpcr, Statthalter und oberster Fcldhauptmann. Bern. (Nicht ^nannt.)
Ein Ausschuß des kleinen und großen Rathcö der Stadt Bern tritt mit dein Ehrcngcsandtcn d"'Zürich, der eben im Begriffe ist, in der Eigenschaft als Repräsentant seines Standes nach Genf z» rci^in Berathung über die dortigen mißlichen Zustände. Die augenscheinliche Gefahr, in welcher die 'Genf und mit ihr die evangelische Eidgenossenschaft, und in erster Linie Bern mit seinem angrenze»^Gebiet in Folge der französischen Truppcnmacht in der Nachbarschaft, der Gctreidespcrrc und anderer »laufender Drohungen schwebt, hat Bern nicht ruhen lassen, der Stadt Genf in fleißiger vertraulicher ^rcspondenz die bedenkliche Lage vorzustellen und die Aufnahme einer erklcklichen ZusazmannschaftStadt zu empfehle», als das einzige Mittel, sie vor einem jähen Ucbcrfall und dem damit vcrb»»d ^Verderben zu schüzcn. Allein troz dem wohlmeinenden Rath konnte bisher nicht mehr erreicht werde», ^daß leztcr Tage dreihundert bcrnischc Füsiliere unter dein Namen von Schanzarbeiten! aufBern in die Stadt aufgenommen wurden. Die Ursache des bisherigen zurükhaltcnden Benehmens von ^sind nach Versicherung des Gesandten von Zürich die guten und glatten Versprechen der Kroneund besonders die Zusage der freien Fruchteinfuhr und die Entfernung der in der Nähe liegenden Kr . ^Völker. Diese Vorbesprechung beider Stände, die, obgleich zwei Leiber, doch nur eine Seele si"^ ^denen an der Erhaltung von Genf, dieses Schlüssels zu der Eidgenossenschaft, gar viel gelegen ist, Ü'h ^folgendem Ergcbniß: t. Genf ist aufzumuntern, die Befestigungsarbeiten nach Möglichkeit fortzuseze»' ^aber Festungswerke ohne Truppen und diese ohne die nothwcndigcn Vorräthc so viel als nichts si»d,daö Anerbieten von Bern, für genügenden Pulvervorrath zu sorgen, angenommen. Zur Beschaff»"^^Getreide sotten in erster Linie die Kauflcutc in Genf Hand anlegen; daneben ist vielleicht durchdeö großbritannischen Gesandten in Schwaben, wo die Erndte überaus gut gerathcn ist, einQuantum erhältlich. Da Zürich auch noch in Brcsse bedeutende Ankäufe gemacht hat, gelingt esdiese nach Zürich zu bringen. Die Wcgwcisung der vielen unnüzcu Mäulcr, namentlich französischelinge, ist auch in Anregung zu bringen. 2. Wenn von der Verlegung einer Garnison in die Stadtworin Bern die größte Sichcrhcitsmaßregel crblikt, Umgang genommen werden könnte, wäre Zürich ^froh, da dadurch weiterer Unwillen und weitere Beschwerden von Genf abgelenkt würden. Z^