März 1686,
1K7
3) 1686, Anfangs April. Das Allianzgesuch des Kurfürsten von Brandenburg wird, nachdemSchultheis, Kilchbcrgcr sein Gutachten über einen daherigcn Entwurf den 24, März a, K. a» BürgermeisterÄscher und Statthalter Meyer in Zürich überschrieben, mittels Schreibens und beigelegten Memorials ab-gelehnt, Das Memorial lautet: ^ »„Bedenken über die gutmüthigc Erinnerung Ihr kurfürstl. Durchlaucht zu Brandenburg, Icvvrdcrstthun die l. evangclischcn Stände gegen Ihr kurfürstl, Durchlaucht über dcro bestgemeinte Erinnerungen sichhöchsten Fleißes bedanken, wie es denn anders nicht aufzunehmen, als das, solches aus der kurfürstl, Dinch-laucht gegen sie tragender sonderbarer Wohlgcwogenhcit herfließe, »lassen sie daher Anlaß haben, ohr kur-fürstl, Durchlaucht ihren Zustand mit gebührendem Rcspect in etwas vorzustellen. 1, Ist demnach zubedenken, daß neben sonderbaren Bünden, welche die l, katholisch genannten Orte haben mit Ihr konigl,Majestät in 'Hispanien wegen vernachbarten HcrzogthumS Mailand, und dann mit Ihr kgl, Durchlaucht inSavoy, die Evangclischcn mitsammt gemeinen Eidgenossen, die auch mit den zugewandte» >! Blinden undWallis verbündet, noch folgende Bündnisse haben, nämlich die ewige Erbvercin von Anno 1474 mit demhvchl- angrenzenden ErzHaus Oesterreich, welche annoch dieser Zeit währet; den ewigen Frieden mit derKrone Frankreich von Anno 1516; dann ein Dcfcnslvbündniß mit besagter Krone in Anno 1663 erneuert:welche bejde Tractate unter Ander,» vermögen, daß man deren Feind weder Paß geben noch Vorlebnb rhu»f°U- und hinwiederum; diese Bündniß crstrekt sich auch auf den Delphin und acht Jahre nach dessen Tod,Welche Bündnisse zn dem Ende zu considcrircn (sind), um daraus hochvernunftig abzunehmen, wie weit nochRaum und Materie übrig sein möchte zu andern Engagcmentcn, 2, Ist zu rcflcctircn nicht allein aus die"»igen Bünde, mit denen die evangelischen Orte gegen den katholischen Orten verbunden sind, ans welebemb«s eidgenössische Wesen bis dato beruhet; sondern auch, daß erst in lcztcr badischer Drgleistung im FebruarSchalten, sie sich einhellig folgender Gestalten gegen einander erklärt haben (folgt die Erklärung AbschiedRro, 96 a). I» Gleichem hat man sich der Pässe halber gegen einander auch freundlich vernehmen lassen.Diese Dinge werden zu dem Ende hier eingerukt, um Ihr kurfürstl, Durchlaucht hoher Vernunft dadurchbeizubringen, wie die cvangclischcn lobl. Orte bei einem Engagement sich nicht unbillig hoch zu besorgen,baß die l, katholisch genannten Orte in Ansehen ihrer ewigen unauflöslichen Bünde, sonderlich aber auch inAnsehen obiger ganz frisch zu Bcstcisung des allgemeinen Vertrauens angesehenen Declarativn sich zuvinbragircn Anlaß nehmen, als ob man in sie ein Mißtrauen sezc, oder gar in den Gedanken gcrathcn"'öchtc, als vb etwelche Union oder gefährliches Vorhaben wider sie obhanden wäre, woraus eine großeAlicnation der Gcmüther, wo nicht eine gänzliche Separation erfolge» konnte, und haben sie sich mit ihneni" mcnagircn um so viel desto mehr Ursache, dicwcil die evangelische» und katholisch genannten Kantonei" einander geflochten, die Lande vermischt und viele Vogtcien in gemein miteinander besessen werden.
Sonderlich wird Ihr kurfürstl. Durchlaucht gnädigst zu reflectircn gegeben, was für Ombragc die KroneFrankreich daher schöpfen könnte, wie empfindlich dieselbe in dergleichen Dingen sich erzeige, wie mächtigb'r sei, wie so sehr die evangelischen Kantone in Ansehe» ihrer Situation dcro Macht cxponirt, da dann zubedenken, daß das Gebirg auf der Seite gegen Frankreich bei Weitem nicht so beschaffen, wie gegen Italien,""b in zwanzig Meilen an Frankreich grenzt und zwar so, daß man an vielen Orte» und Enden zuRoß und Fuß den Zugang habe» kann, (Wann dann diese Krone über daher gefaßte Ombragcs dero Em-Vflndlichkeit auch diese Stände wollte fühlen lassen, und etwa dem allernächstgelegenen mit aller Macht aufb°" Hals falle», so ist wohl zu ermesse», wie gefährlich und zweifclhaftig der Ausschlag, und wcnn's mifi-'«"ge, ob Zeit' und Raum vorhanden wäre, vor gänzlicher Untcrdrükung den Sccurs der Verbündeten zu^warten, sonderlich wenn auch die katholisch genannten Orte diögustirt und alicnirt wären.) Aus welchemAllein miteinander Ihr kurfürstl, Durchlaucht hochvcrnünftig ermessen können die Schwierigkeiten, die sichbiese» Dingen rcncontrircn und daß es reiflichen Ucbcrlegcnö hoch von Nöthen sei. Gleichwie aber die' evangelischen Orte zu Ihr kurfürstl, Durchlaucht ei» sonderbares Vertraue» zu sezc» Ursache haben, alsoü>ird den hochocrnunftigcn Reflexionen vorgestellt, waö in diesen wichtigen Dingen zu hoffen oder zu cr-
f°rg
en.
zu thun oder zu lassen, damit Ombragcs oder 'Alterationen vermieden, die Bünde sowohl mit äußern