— 207 —ihm begreiflich machen, daß das Volk sich entehre, wennes an Blutvergießen Freude finde.In der Tasche des Ermordeten fand man nachstehen-den Brief. Auch er ist ein Beweis davon, daß der Adelselbst die mehrste Schuld an all dem Unglück hatte, welchesihn im Laufe der Revolution betraf.„Seit meiner Durchreise durch Valence, lieber Vi-comte! hab' ich nur ein kleines Stück Wegs zurückgelegt.Sechs Wochen blieb ich zu Avignon, ließ daselbst meinenReisegefährten, und begab mich sodann nach Italien aufden Weg. Ich habe Genug und Mailand gesehn; fürjetzt aber habe ich hier meinen Wohnplatz aufgeschlagen,wo ich auch so lang zu bleiben gedenke, bis die Vorsehungeine andre Ordnung der Dinge in unserm unglücklichenVaterlande wieder einführt. Ich brannte vor Ungeduld,unsre Prinzen wieder zu sehn. Sie sind sehr interessant,sowohl wegen ihres Betragens, als auch wegen der Gefah-ren, denen sie ausgesetzt gewesen sind. Hier empfangen sietäglich neue Beweise der Anhänglichkeit, welche alle gut ge-bliebene Franzosen ihnen weihen. — Ich habe mit denPrinzen auch von Ihnen gesprochen, lieber Vicomte! undzwar mit der Wärme, welche sie verdienen. Ich sah, daßSie ihnen nicht unbekannt waren, und dies freute mich.Sie müßen mir jetzt über folgende Punkte einige Auskunftgeben, die ich sodann den Prinzen vorlegen werde. 1. Wieist die Stimmung der Bewohner in Ihrer und in den be-nachbarten Gegenden? Was dürfte man davon etwa hoffen?2. Welcher Geist belebt die Truppen, die sich unter IhremBefehl und in den nächstgelegenen Städten befinden?3. Wie heißen die verschiedenen Regimenter und wie starksind sie: Sie begreifen leicht, daß die Dinge eine solche
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