— 204nes Unwillens bereit finden würde. Die Kommissarien wur-den an den Thoren der Klöster durch mehrere Gruppen vonWeibern empfangen, welche fest entschlossen waren, dieseheiligen Orte gegen Leute zu vertheidigen, die von Gottund seinem Gesetz nichts wüßten. Anstatt sie zu besänfti-gen, reitzt man sie durch Drohungen nur noch mehr. DerHaufe wird immer größer, begiebt sich nach dem Hause desGeneralkommandanten Dupuis=Montbrun und droht,dasselbe förmlich zu belagern, wofern er nicht den Augen-blick einen Befehl unterzeichne, Kraft dessen die Klöster inihrem bisherigen Zustande sollten gelassen werden. Einigesehr geschäftige Unruhstifter verbreiten inzwischen das Ge-rücht, die protestantischen Deputirten hätten jenes gottes-lästerliche Dekret durchgesetzt. Man wird darüber handge-mein. Die Katholiken treten die Nationalkokarde mit Fü-ßen, weil sie von Ketzern getragen wird. Die Sturmglo-cke wird gezogen. Montbrun will Vermittler zwischenbeiden Partheien werden; er bekommt drei Säbelhiebe; oh-ne die Marechansseen (Landreuter) wär' er verloren gewesen.Sechs Patrioten werden getödtet und man will ihreKöpfe auf Piecken durch die Gassen tragen. Fünf und funf-zig werden verwundet; man begeht die Unmenschlichkeit undführt sie, fast nackend, durch die Stadt. Ihr Blut bezeich-net den Weg, welchen man sie zu nehmen zwingt. Aufdem Waffenplatz nöthigt man sie, Abbitte und Ehrenerklä-rung zu thun. Um den Ueberrest ihres Lebens zu erkau-sen, müßen sie rufen: „Es lebe der König! Herun-ter die Nation!“ Schon ist die dreifarbige Kokardedurch ein scharlachrothes Kreuz ersetzt. Und wer weiß,welche Grausamkeiten diese Kannibalen noch im Sinn ha-ben. Einige besser Denkende bewirken, daß jene fünf und
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