Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
196
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196fand aber sehr warme Gegner. Seinen Kommittenten wardies höchst gleichgültig; sie hatten nichts anderes erwartet.Es lag ihnen bloß an einem Vorwand, der sie zur Tren-nung berechtigte und einen Bürgerkrieg möglich machenkonnte. Da also das verlangte Dekret nicht gegeben wur-de, so versammelten sich die Aufwiegler in der Kirche desKapuziner Klosters. Sie wollten da gleichsam eine Syno-de halten und hofften Anhänger zu finden. Dies mißrieth;sie wurden nur ausgelacht. Denn Paris ist keinesweges derOrt, wo bigotte Priester eine bedeutende Rolle zu spielenhoffen dürfen. Man ist dort zu aufgeklärt und der Zer-streuung in einem viel zu hohen Grade ergeben.Zu Toulouse sah es anders aus. Diese Stadt ist we-gen ihres religiösen, zu Verfolgung geneigten Fanatismsberüchtigt. Die Geistlichkeit unterhielt daselbst einen em-pörenden Brauch. Es wurde nämlich jedes Jahr eine feier-liche Prozession zum Andenken an die Ermordung der Albi-genser gehalten. Das Blutfest war nahe, und diesen Um-stand wollte man benutzen. Eine große Menge Büßenderund Pilger vereinigte sich, um nach einer Kapelle zu wall-fahrten, welche vor den Mauern, in der Mitte einer schö-nen Ebene, erbaut ist. An diesem, dem allgütigen und all-erbarmenden Gott geweihten Orte wollten sie ihm für dieErmordung vieler tausend armer Landleute danken, welchenicht an die Messe glauben konnten. Zu gleicher Zeit wur-de ein äußerst fanatischer Aufruf in großer Anzahl ausge-theilt. Die Kirchen werden geöfnet, um die Unterschrif-ten derjenigen zu empfangen, welche ihm beipflichten, unddie heiligen Gewölbe hallen von den blutgierigsten Vor-schlägen wieder. Der Abbe von Barbasan, Generalvi-kar des Sprengels, ist der erste, welcher seinen Namen un-