— 195tritt das Leben eines Bürgers. Der König hatte sich be-reits in seine Zimmer zurück begeben, und seine Kutschesollte weggefahren werden; ein Peruckenmacher steckt denKopf zum Schlag hinein, um sich mit eignen Augen davonzu überzeugen, daß der Wagen leer sey. Ein Grenadiervom Bataillon der Filles St. Thomas hat die Grausam-keit, ihn mit dem Bajonett zu durchbohren. Man will denMörder fest nehmen; ein großer Lärm entsteht; mehrereMenschen werden schwer verwundet; einer Frau wird derArm abgehauen. — Der Grenadier kommt ungestraft davon.Bürger= und Religionskrieg zu Toulouse,am 18. Apr. 1790.is die Völker einst weiser werden, wird es immer nö-thig seyn, sie durch Bürgereide zu binden. Derjenige, denman, etwas zu voreilig, im Anfang des Jahres 1790 for-derte, war nicht nach dem Geschmack eines jeden. DerAdel und die hohe Geiſtlichkeit weigerten ſich, bald lautund bald im Stillen, ihn zu leisten. Allein es ist sehrschwer, gegen die öffentliche Meinung anzustreben. Manhielt es also für das Beste, sie zu neutralisiren. Zu demEnde gab man dem Karthäuser Dom Gerle, Deputir-ten zu der Nationalversammlung, den Auftrag, einen Zank-apfel in die Mitte der Gesetzgeber zu werfen. Er solltenämlich verlangen, daß die katholische, apostolische und rö-mische Religion für die in Frankreich einzig herrschen-de erklärt werde. Dom Gerle that diesen Vorschlag,13•
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten