Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
197
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197terzeichnet. Er befiehlt, daß dies Mordbrenner Manifestin allen Kirchen, zum Schluß der Predigt, abgelesen wer-de. Die Versammlung, welche im Sale der Groß= Augu-stiner gehalten wurde, war unter allen die stürmischste undanarchischste. Die Säle der Akademie und der Landvog.tei dienten gleichfalls zu Tummelplätzen, wo diese neuenKreuzzüge mit vieler Schnelligkeit organisirt wurden.Als einer der thätigsten und blutdürstigsten Aufwieglerzeigte sich Dubarry, genannt le roué (der des Radeswerth ist), ein Schwager der vornehmsten Hure FrankreichsUm eine große Bewegung hervorzubringen, hielt er in sei-ner Wohnung ein Brusibild Ludwigs XVI. verborgen,das er im ersten günstigen Augenblick zur Schau tragenwollte. Aber sein Geheimniß ward bald durch ihn selbstverrathen. Einige junge, patriotische Freiwillige holen dasBildniß des Königs aus seinem Winkel hervor, treiben al-lerlei Muthwillen damit und schwören auf ihre blanken Säbel denBürgereid, der sogleich von tausend Stimmen wiederholtwird. Die Adlichen, die Parlamentsglieder und die Prie-ster gerathen in Wuth über ihre Erklärung und rufen: zuden Waffen! die Linientruppen, welche sie durch Geld undgebrannte Wasser erhitzt und in der Nachbarschaft versteckthaben, brechen, unter Anführung eines ehemaligen Ober-fiskals, hervor und geben Feuer auf die Bürger. Diesewaren unbewaffnet, sehn sich also zur Flucht genöthigt undwerden rasch verfolgt. Viele von ihnen bekommen schwereWunden, aber nur ein einziger wird durch eine Kugel inden Staub gestreckt. Der Munizipalität gereicht es zumimmerwährenden Rahme, daß sie sich augenblicklich an denOrt des Streits verfügte und durch ihren Muth allem fer-nern Blutvergießen vorbeugte. Die Entschlossenheit dieser