Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
188
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188Eine zweite rothe Fahne hat dasselbe Schicksal. DieNacht setzt endlich dem Kampf ein Ziel, der aber am 14.mit Tages Anbruch aufs Neue beginnt. Nun greifen allePatrioten zu den Waffen. Mit Hülfe dieser Bürgersolda-ten gelingt es, alle Horden der Meuterer zu vernichten.Nur diejenigen müßen noch bezwungen werden, welche sichin den Dominikaner Thürmen verschanzt haben.Die Esplanade war jetzt mit Hülfstruppen bedeckt. AlleNationalgarden des Departements waren zur Unterstützungder Patrioten herbei geeilt und selbst die Legionen ganz ka-tholischer Gegenden bewiesen den lebhaftesten Eifer. Siewaren darüber entrüstet, daß man die Religion bei so schlech-ten Streichen zum Vorwand nehmen wollte. Alles harrtein Ruhe auf die zu gebenden Befehle, als plötzlich aus denFenstern des Kapuziner Klosters ein heftiges Kleingewehr-feuer begann, viele dieser Fremden verwundete, einen Offi-zier tödtete und allenthalben Unordnung verbreitete.Schwer war es, die Ordnung wieder herzustellen; in-dessen, es geschah. Die Kapuziner erfuhren die erste Kraft-äußerung dieser vereinigten Freiwilligen. Man verlangte,ihr Haus zu durchsuchen. Als die Mönche dies verweiger-ten, ward die Thüre aufgesprengt; die Zellen wurden ver-wüstet, und die Sakristei ausgeplündert. Sechs Kapuzinerund vier zu ihnen geflüchtete Aufrührer büßten mit ihremLeben. Der Fruchtspeicher der Stadt, und die Kirche desKlosters blieben ganz unversehrt.Da während dieser Expedition, an verschiednen Stellender Stadt und der Vorstädte, Flintenschüsse waren losge-brannt, und mehrere Bürger dadurch verwundet und getöh-tet worden, so wurden die Häuser, aus denen diese Schüs-se hervor gekommen waren, jetzt ausgeplündert, so viel die