Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
186
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186Die Gegenwart des Maire stillte den Lärm auf einigeAugenblicke. So bald er sich aber weg begeben hatte, wur-den neue Ausschweifungen begangen. Das Dunkel der Nachtmachte ihnen erst spät ein Ende.Aber die ganze Nacht hindurch hörte man bald hier,bald dort in den Straßen rufen:Es lebe der Kö-nig! Es lebe das Kreuz! Herunter mit der Na-tion! Es lebe die Aristokratie!Der 4. Mai war zu einem Blutbade bestimmt. DieWeisheit des Herrn Bonne von Lesdiguieres ver-hinderte dies. Er durfte es nicht hoffen, seine Soldatenim Zaume zu halten, und rieth deswegen dem Maire, dasKriegsgesetz zu verkünden. Dies geschah. Der Maire zogunter Bedeckung zweier Kompagnien von Patrioten, undnicht von la Croix, durch die Gassen der Stadt, verlasdas Kriegsgesetz und steckte die rothe Fahne auf. Das Volkgehorchte. Den Soldaten von Guyenne ward die Be-strafung der Schuldigen zugesichert. Man umarmte sich inden Gassen und hörte nur den einstimmigen Ruf:Eslebe das Gesetz! Es lebe der König! Es lebe dieNation!Das Unglück, welches die Stadt Nimes am 2. Maibetraf, schreibt sich eigentlich von jenem Beschlusse der Na-tionalversammlung her, durch welchen die geistlichen Güterdem Distrikt zur Verwaltung übergeben wurden. Die Aufhebung der Kapitel und Abteien veranlaßte die Unordnun-gen, die wir so gleich erzählen wollen.Am Sonntag, den 13. Juni ganz früh, bewaffnen sicheinige Kompagnien, mit rothen Quasten an den Hü-then dies Abzeichen tritt an die Stelle derweißen Kokarde geben vor, daß sie die Messe hörenwollen, und marschiren in einem sehr kriegerischen Aufzuge