Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
177
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177Herr! Erbarmen! schenken Sie mir das Leben! Ich schwöreIhnen, daß ich das Lied aus keiner bösen Absicht gesungenhabe.Gut! erwiedert der Junker: ich will dir das Lebenschenken; aber nur unter einer Bedingung: du mußt denAugenblick und recht ehrerbietig den After meines Pferdesküssen.Der Kuhirte ist froh, sein Leben so wohlfeil zu erkan-fen, und erfüllt die Bedingung mit aller möglichen Bereit-willigkeit.Der Offizier besinnt sich und fährt fort:Das istnicht genug; ich laß dich damit nicht los. Ich verlange,daß du ohne Weiteres auch meinen Steiß küssest. DerSteiß eines Edelmanns ist eben so viel werth, als das Tellerchen deines konstitutionellen Pfaffen. Man gehorche!Geschwind auf die Knie!Indem der Junker dies sagt, legt er seine Waffen aufden Boden, knöpft mit der einen Hand seine Beinkleiderlos,und faßt mit der andern den Bauerpurschen am KragenDieser, dem es nicht an Geistesgegenwart fehlte, wirft sich,als könne er nicht geschwind genug den Befehl vollziehn.mit Heftigkeit nieder, erhascht aber durch einen geschicktenGriff den blanken Degen und stößt ihn, mit kraftvollenArmen, dem jungen Offizier bis an das Heft in den Hintern; läuft davon und versteckt sich in den benachbartenWaldungen.Prüd. Irrth. 1r Bd.