— 178 —Ersäufung zu Lyon, am 7. Febr. 1790.Dieser Tag ward für die zweite Stadt des Reichs einTag der Trauer. Das Verbrechen, welches durch dieSchuld des Magistrats denselben bezeichnete, schien dietraurigen Ereignisse der spätern Tage vorher zu verkündigen.Zur damaligen Zeit war Imbert=Colomez gewe-sener erster Schöffe, Maire der Stadt. Die Munizipalitäthatte eine Art von Ehrenwache, welche aus lauter sehrschön gekleideten und gut bewaffneten Leuten bestand. DieNationalgarde, der sie im Lichte standen, bat um Erlaub-niß, sich nach Valence zu begeben, wo sie an einer Konfö-deration Theil nehmen wollte, welche mehr als zwölftau-send Nationalgarden aus Dauphiné, aus der Provence, ausVivarais und Languedok unter sich errichten sollten. Eswurde ihr abgeschlagen. Dreihundert junge Freiwillige er-scheinen vor dem Arsenal, um den dasigen Posten, der ausvier und zwanzig Bürgern bestand, abzulösen. Diese wol-len nichts davon wissen. Die Freiwilligen stellen sichder Hauptwache gegenüber in Reih und Glied. Das Volkmischt sich in den Hader. In den ersten Zeiten der Frei-heit erweckte jede Kleinigkeit Besorgnisse. Die ärmerenBürger sahen mit einem gewissen Widerwillen auf jeneſchoͤner gekleidete und beſſer bewaffnete Mannſchaft. VonSchimpfreden kommt es zu Drohungen. Mehrere Freiwil-lige begehen die Albernheit, ihr Gewehr anzulegen und sogarFeuer auf das Volk zu geben. Dies wird dadurch aber kei-nesweges in Furcht gesetzt, sondern ruft aus einem Munde:„in den Waffen! zu den Waffen! sprengt das Thordes Arsenals, bemächtigt sich einiger tausend Flinten undverfolgt jene jungen Leute, die eben keine Spartaner waren.
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