Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
175
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175In der nämlichen Provinz setzten mehrere Edelleuteeinen größeren Werth auf ihre Pergamente, als auf ihr Leben.Sie wurden das Opfer ihrer Thorheit. Der eine von ihnenward auf einen Scheiterhaufen befestigt; man wollte ihndadurch zwingen, den Ort anzugeben, wo er seine Familien-urkunden versteckt habe. Schon waren seine beiden Händezu Kohlen gebrannt, als er der Glut noch entrissen wurde.In der Franche Comté sah man sich genöthigt, derFrau von Bateville das Beil über den Kopf zu schwin-gen, um sie zur Herausgabe ihrer Familienpapiere zu vermögen. In der nämlichen Absicht setzte man der Prinzessinvon Liſtenay eine Piſtole auf den Buſen. Die FrauTonnerre und viele andre konnten nur durch ähnlicheMittel dahin gebracht werden, wohin das Volk sie habenwollte.Der Adel erzählt diese Thatsachen als Züge einesgroßen Heldenmuths. Der unpartheiische Beobachter findetdas nicht darin. Auf der einen Seite sieht er thörigte Hart-näckigkeit, auf der andern wilde Aussweifung. Beide thunihm weh. Mit Leidenschaft gieng man zu Werke, und dienatürliche Folge war, daß man sich nicht verstand. DasUebelste bei der ganzen Sache war aber dies, daß jene un-selige Eifersucht, die zwischen den Bewohnern eines unddesselben Landes Statt fand, häufiges Blutvergießen veran-laßte, und eine völlige Verachtung alles Eigenthumsrechteserzeugte.Jene Mordthat war um so abscheulicher, da sie vor den Augen derhochschwangern Gattin des Unglücklichen begangen wurde. Wasnachhar erzählt wird, ereignete sich wirklich in der Normandie.Die Uebers.