Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
167
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167nung bringen. Den leichtgläubigen Almon kostet es vie-le Mühe sein Suschen zu überreden. Endlich folgen sieder Einladung. Die Schwester setzt sich bei Tisch zwischenihren Bruder und die junge Schöne; auf eine geschickteWeise mischt sie unter den Wein des schwangern Sus-chens ein abtreibendes Mittel. Nach aufgehobner Tafelumarmt man sich; der Vater, von seiner Tochter gewon-nen, scheint völlig nachzugeben, und man geht vergnügtaus einander.Aber nur allzu bald gewahrten die beiden Liebendendas Verbrechen, welches man, mit so vieler Treulosigkeit,gegen sie begangen hatte. Suschen ist nicht mehr Mut-ter; und bei dem Verluste dieses süssesten aller Namen,kostet es sie noch viele Mühe, ihr Leben zu erhalten.Den Zustand des jungen Mannes kann man sich leichtdenken. Aber jetzt noch verließ ihn seine angeborne Gütenicht. Seine ganze Rache bestand darin, daß er zuseiner Schwester lief und ihr sagte:Du Teufel! du hastmich an der empfindlichsten Stelle angegriffen; ich solltedich vielleicht mit diesem Degen...... aber die Flam-me soll mich eben so sicher rächen, als das Eisen. Ich forde-re von dir, daß du mir augenblicklich alle Pergamente unsersHauses auslieferst, um sie vor deinen Augen zu verbrennen.Keine Weigerung fand Statt. Die Drohung wurdevollzogen, und Almon verließ sein väterliches Haus, wel-ches er seitdem nie wieder betreten hat. Suschen genaß,und er ist jetzt ihr glücklicher Gatte.Ein bretagnischer Dichter hat aus dieser Anekdote eineRomanze gemacht, die im ganzen Lande bekannt ist. Diejungen Mädchen des Orts können sie auswendig, und sin-gen sie sehr häufig.