168 —Grauenvolle Begebenheit zu Senlis,am 13. Dez. 1789.VZir müßen noch einmal an dasjenige errinnern, was sichzu Senlis ereignete. Es gehört nicht auf die Rechnungder Revolution, aber wohl unter die Unfälle und Verbre-chen, welche, wie es scheint, mit jeder großen Umwälzungunzertrennlich verbunden sind.Die Nationalgarde begab sich vom Gemeindehause nachder Kathedralkirche, wo ihre Fahnen eingesegnet werden soll-ten. Kaum hatte sie fünfzig Schritte zurückgelegt, als derZug durch einen Flintenschuß gestört ward, der aus einemFenster fiel und einen Trommelschläger verwundete. Nochmehrere Schüsse folgten, alle aus einem Hause, und tödte-ten drei oder vier Bürger. Der Sohn eines Deputirtenward am Arm verwundet, und der Kommandant der Büch-senschützen tödlich in die Brust getroffen. Man stieß die Thü-ren ein; aber das Innere des Hauses war im Stande, eineBelagerung auszuhalten. Der Mörder hatte im Voraus An-stalten zu einer hartnäckigen Vertheidigung gemacht. DieBeile und Hacken der Sappeurs überwanden endlich alleHindernisse. Allein in dem Augenblick sprang eine Minemit all' ihren Schrecken und einem fürchterlichen Gepras-sel. Das Haus flog in die Luft, und sechszig Menschenwurden unter dem Schutt begraben. Der Urheber diesesUnglücks Namens Billon, war selbst der erste, welcherdie schreckliche Wirkung seines Privathasses erfuhr. Erwar aus dem Korps der Büchsenschützen weggejazt worden.Die Revolution, groß und erhaben in sich selbst, gabden Leidenschaften der Menschen einen größern Spielraum,als sie je gehabt hatten.
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