— 161Sechs Weiber sahen ihr Blut fließen, aber keine vonihnen starb.Auf der erhabensten Stelle des Marsfeldes ward eineMutter, an der Seite ihrer Tochter, durch einen Schußzu Boden gestreckt. Dies geschah gerade in dem Augenblick,als der königl. Wagen vor dieser Frau vorüber fuhr. DieUmstehenden sahen deutlich, daß der Schuß nicht auf jeneUnglückliche gerichtet war; man wollte an eine andre, inder Ordnung der Dinge weit wichtigere Person, undjeder raisonnirte über dies Ereigniß nach seiner Weise. Dergrößte Theil hegte gar keinen Zweifel darüber, daß derSchuß von einer Orleanistischen, aber nicht sehr sichernHand herrühre.Als die Begleitung Ludwig XVI. auf dem nachmals sogenannten Revolutionsplatze ankam, fielen abermalszwei oder drei Flintenschüsse, welche von der Seite des Pa-kais=Bourbon herkamen. Man schrieb sie natürlich der-selben Ursache zu.Der Ausgang dieser zwei, leider! allzu berüchtigtenTage, täuschte alle Partheien, und brachte eine ganz andreWirkung hervor, als man vermuthet hatte. Anstatt zufliehn, nahm der König seinen beständigen Aufenthalt imSchlosse der Thuillerien. Philipp von Orleansdagegen schlug, gleich einem geprellten Fuchs, den Wegnach Calais ein, um von dort nach Dover überzusetzen.Die Nationalversammlung kann nicht frei gesprochenwerden. Auch sie ist Schuld an dem Blute, welches am4. und 5. Okt. floß; denn sie that nicht alles, was siethun konnte. Sie verließ sich auf den Bericht Mail-lards, des Sachwalters der Weiber; sie ernannte Depu-tationen, und diese giengen hin und her. Im Uebrigen11Prüdh. Irrth. 1r. Bd.
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