Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
162
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162ergriff sie keine einzige ernstliche Maßregel; und wenn dasUnglück nicht noch größer wurde, als es in der That ge-schah, so darf sie sich die Ehre davon nicht beimessen.Nicht ohne Absicht zeigte sich ein großer Mann miteinem langen Barte, welcher bisher auf der königlichenMalerakademie zum Modell gedient hatte, öffentlich undan der Spitze des Aufstandes, ein breites Beil in der Handdie Arme bis an die Schulter entblößt und von Blut trie-fend. Man wollte das Volk mit blutigen Schauspielenvertraut machen; man hielt es für nöthig, dasselbe auf jenegrausen Scenen vorzubereiten, wobei man ihm eine Rollezugedacht hatte.Die abgekartete Reise des Herzogs von Orleansnach England macht der konstituirenden Versammlung ebenso wenig Ehre, als dem Prinzen selbst. Staatsgründe brach-ten die Gerechtigkeit zum Schweigen, und Mirabeautrug nicht wenig dazu bei. Er erwartete von der Klein-mäthigkeit seines Mitverschwornen nicht viel Gutes; dieKraft und den Muth zum Verbrechen, die er bei sich selbstfand, hatte er jenem nicht einhauchen können.Fünf und zwanzig Deputirte versammelten sich zweimaldie Woche bei einem Gastwirth auf dem Platze, der nochjetzt Place des Victoires heißt. Mirabeau war von derZahl. Einst es war ein Freitag kurz nach der Ab-reise Orleans, trank Mirabeau daselbst seinen Kaffeund saß für sich allein an einem abgesonderten Tischgen.Einer der andern Gäste naht sich ihm und fragt ihn imVertrauen:Sie setzen also auf diesen Orleans einen sogroßen Werth? Wissen sie auch, daß dieser Mensch nachdem Throne lüstert:Mirabeau anwortete:EineVogelſcheuche muß einmal drauf ſitzen, und dieſer H....-hengst ist dazu eben so gut, wie jeder Andre.