— 159Folgendes Wort, immer noch aus demselben Munde,ist schon bekannter: „Was liegt endlich dem Staate daran,ob Ludwig XVI., oder Ludwig XVII. auf dem Thronsitzt? Oder verlangt ihr, (Mirabeau wandte sich dabeigegen zwei Deputirte, die ihm nicht gleich beipflichteten)daß dieser Einfaltspinsel immer über uns herrschen soll?In denselben Tagen äußerte er sich in einer Gesell-schaft bei dem amerikanischen Minister Jefferson also:„Man schmeichle sich ja nicht, zur wahren Freiheit zu ge-langen, wofern man nicht im Schoße des Hofes selbst eineRevolution bewirkt. Dort ist der eigentliche Krebsschaden;man muß ihn ausrotten, es mag kosten, was es will.“„Dem gemeinen Wesen, sagte er ferner: liegt sehr vieldaran, daß der Herzog von Orleans zum Generallieute-nant des Reichs erhoben werde.“ Aber, wendete man ein,man müßte doch im Voraus von der Einwilligung desHerzogs überzeugt seyn. Mirabeau erwiderte: „Wasdas betrift, so hat mir der Herzog von Orleans darüberhöchst verbindliche Dinge gesagt.Diese letzten Worte scheinen genau mit denjenigen über-einzustimmen, die er sich nicht entbildete an einen seinervielen Gläubiger zu richten, der mit Ungeßüm in ihndrang: “Geduld, Geduld! sag ich. In Kurzem werde ichalle meine Schulden bezahlen; denn in wenig Tagen binich Minister.“Am 4. Okt., des Nachmittags um vier Uhr, sagte Mi-rabeau, dem es oft an Verschwiegenheit fehlte, im Kaffe-hause Valois ganz laut, indem er mit der Frau vom Hausesprach: „Madame! in einigen Stunden werden sich großeDinge ereignen.“Der Plan war wohl durchdacht, und hieng in allen sei-
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