Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
157
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157ungleich schlauer, als die Königin und die Herrn ihres Ge-folges, die ohnehin übelberechneten Plane des Hofes vol-lends unwirksam zu machen verstanden, und in dem Augen-blick beinah die hohen Schranken übersprungen hatten, welchedamals noch zwischen dem Hause Orleans und dem ThroneFrankreichs hergezogen waren.Die Ereignisse des 5. und 6. Okt. sind klar und deut-lich ein Werk der Orlean'schen Parthei; aber der Hof botdurch sein Benehmen die Hand dazu.Seit acht bis vierzehn Tagen streute man das Gerüchteines neuen Aufstandes aus; man wollte dadurch einen wirk-lichen vorbereiten. Ueber diesen Gegenstand hatte sich Mi-rabeau in einer Lesegesellschaft zu Versailles geäußertWenn überhaupt ein Aufstand möglich ist, so kann erdoch nur in dem einzigen Falle gelingen, wenn die Weibersich darein mischen und sich an die Spitze stellen. DieseAeußerung war ausdrücklich deswegen gethan worden, damitsie nicht allein zu Versailles, sondern auch zu Paris imPalais=Royal wiederholt würde. Maillard, der bereitseinigermaßen in der Volksgunst stand, arbeitete sogleich aufeine Weiberverbindung los; jener Weiber, die für Geld zuallem bereit sind. 1). Und an Geld fehlte es nicht. Auf1) Maillard hatte sich bei Einnahme der Bastille, sehr rühmlichausgezeichnet. Er war einer von den Fünfen, die den Befehlsha-haber jenes Schlosses, den unglücklichen Delaunay, gefangennahmen und ihn lange, mit Gefahr ihres eigenen Lebens, gegendie Wuth des Pöbels vertheidigten. Als Maillard die Anfüh-rung der Weiber übernahm, welche, mit Orlean'schem Gelde gedun-gen, (es waren größtentheils Freudenmädchen aus der Gegend des