Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
155
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155Bürger auf die Meuterer Feuer zu geben. Der erste Schußtraf den Jean des Boeufs gerade in den Mund undstreckte ihn todt nieder. Seine Anhänger geriethen dar-über in Bestürzung, trennten sich und ergriffen die Flucht.Allein die Reuterei setzte ihnen nach, verfolgte sie bis zurBrücke von Olivet und hieb dort noch unter sie ein. Na-rütlich mußte dabei viel Blut fließen; mehr als achtzigPersonen wurden getödtet und eine große Anzahl ward ver-wundet. Man untersuchte, um den Haufen vollends zuzerstreuen, die Pförtnerwohnung, oder den Brückenthurm;aber man fand nur einen Menschen darin. Dieser hattesich förmlich verschanzt und hörte nicht auf, aus den Fen-stern zu schießen. Die Thüren wurden also eingestoßen.Als man den Rasenden endlich gepackt hatte, sagte er mitder größten Unverschämtheit:Ich hab meinen Zweck ver-fehlt. Seit zwei Monaten schonte ich kein Geld, um auchdie andern Vorstädte und alle Winzer des Weichbilds zumAufstande zu reizen. Allein viele von ihnen haben mirnicht Wort gehalten; haben sich als Schufte und schlechteKerls betragen.Dieser Mann, Namens Rimbert, war zugleichEssigbrauer, Faßbinder und Weinhändler, und über fünfzig-tausend Thaler reich. Um ein Uhr nach Mitternacht warder, nach Urtheil und Recht, aufgeknüpft.Den übrigen Meuterern wurde verziehen, und manthat wohl daran. Aber man schwieg, und das war Schade,über einen sehr thätigen Briefwechsel, welchen eben dieserRimbert mit den Leuten des Hauses Orleans, imPalais=Royal zu Paris, unterhalten hatte.Während, daß dieser kleine Bürgerkrieg an einem Endeder Stadt geführt wurde, versuchte man auch das Gefäng-