Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
140
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140Abscheulichkeiten, verübt zu Mans, den 23.Juli 1789.An dem nämlichen Tage, der zu Paris der letzte für Ber-thier und Foulon war, übten die Einwohner von MansGerechtigkeit, oder besser, Selbstrache gegen die HerrenMontesson, Bruder des Deputirten, und Cureau,dessen Schwiegervater und zweiten Maire der Stadt; wel-che sich beide in das Schloß von Juigné geflüchtet hatten.Sie wurden von da, zwei Stunden weiter, nach Balcongebracht, und zwar in der Mitte eines Volkshaufens, dersie unablässig mit Mistgabeln und ähnlichen Werkzeugenverstach, nachdem er ihnen schon vorher Nasen und Ohrenabgeschnitten hatte. Endlich wurden ihnen, in Gegenwartder dasigen Obrigkeit, welche man dieser Hinrichtung beizu-wohnen zwang, die Köpfe abgeschlagen.Fern sey es von uns, bei solchen Grausamkeiten desVolks kaltblütig zu bleiben! Aber doch hatten diese Aus-schweifungen einen Grund, eine Veranlassung. Und worinbestand die? Was war das Verbrechen jener beiden Unglück-lichen? Man wußte, daß sie alles Mögliche gethan hatten,um die Deputirten des Adels von Mans, Montessonund den Stiftsamtmann von Vasse, der Vereinigung desAdels mit dem dritten Stande abgeneigt zu machen. DieHartnäckigkeit, mit der sie dem allgemeinen Wunsche ent-gegen arbeiteten, verdiente ohne Zweifel keine so unmensch-liche Züchtigung; aber diejenigen unter dem Adel, die kluggenug waren, um die öffentliche Meinung in Ehren zuhalten, empfiengen in demselben Augenblicke und von demnämlichen Volke die unzweideutigsten Beweise der Achtungund der Liebe.