— 139 —ward eine allgemeine Erleuchtung angesagt; und wehe de-nen, welche an diesem Zeichen der Volksfreude keinen An-theil nehmen wollten! Wenig fehlte daran, und diese Er-leuchtung wär' für sie eine Feuersbrunst geworden. DieBürger benutzten diese Gelegenheit, um einige höchst billigeForderungen einzubringen, welche aber schnöd abgewiesenwurden. Jetzt kannte das Volk, vom Beispiel der Pariserentflammt, gar keine Gränzen mehr. Banditen (denn esgiebt deren in allen sehr volkreichen Orten,) mischten sichunter die Menge und trieben die Unordnung auf den höch-sten Sipfel. Man belagerte das Rathhaus, um sich derMagistratspersonen zu bemächtigen. Als man sie nichtfindet, läßt man seinen Unwillen gegen die Kanzleiarchiveund gegen die, in den Kellern verwahrten Vorräthe aus,Die Besatzung tritt unter das Gewehr und stürzt mit denBajonetten unter das Volk. Eine große Anzahl wird ver-wundet; acht Männer und ein Weib bleiben auf demPlatze. Die Gefängnisse wurden gesprengt. Endlich artetdie heiligste aller Pflichten völlig in das Betragen einertrunkenen, blutgierigen Räuberbande aus. Das Volk istnoch zu unaufgeklärt, um die Scheidelinie zu kennen, diees niemals überschreiten sollte. Mit Blitzesschnelle geht esvon einem Extrem zum andern, zumal wenn man einigeversteckte Bösewichter, die nichts zu verlieren haben, in seineMitte losläßt. Und auf solche Menschen rechneten eigent-lich die Tongeber; durch diese wollten sie sich der Revolu-tion, zu ihrem alleinigen Vortheile, bemeistern.
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