Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
137
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Nur allzu oft haben wir Gelegenheit gehabt, die ge-gründete Bemerkung zu machen, daß die mehrsten Aufläufedes Volks von Weibern sind verursacht und von Fleisch-hauern beendigt werden. Der Scharfsinn unserer Leser magdaraus weitere Folgen ableiten.Am 2. Aug. sollten alle vorhin erzählte Auftritte zuPoissy erneuert werden. Allein es ward der konstituiren-den Versammlung kund gethan, und sie bekam dadurch An-laß, sich in ihrem schönsten, glänzendsten Lichte zu zeigen.Niemals war das Benehmen der Versammlung erhabener,als in diesem Augenblick, und es wäre sehr zu wünschen,daß sie späterhin immer dasselbe Betragen beobachtet hätte.Kaum erfuhr sie, daß zu Poissy ein armes Schlachtopfer be-droht werde, so erheben sich auch alle Abgeordnete undein jeder verlangt dahin abzugehn. Eine Deputation wirdernannt; sie fliegt nach dem Gefängniß jener Gemeinde,und findet es von einer mordgierigen Menge umlagert.Viele Weiber sind darunter, und zeigen sich fast erbitterter,als die Männer. Die Deputation bringt es mit der größ-ten Mühe dahin, daß der Angeklagte, Bürger Thomassin,wenigstens ordnungsmäßig gerichtet werde. Froh über diesen Erfolg, ist sie eben im Begriffe zurück zu kehren, als einneues Geschrei sich erhebt. Das Gefängniß ist erbrochen;Thomassin schon auf dem Platze vor demselben, und derStrick zu seiner Hinrichtung in Bereitschaft. Eine scheußlicheGruppe umgiebt den Gebundenen und ist im Begriffe, nachihrem Ausdruck, Volksgerechtigkeit zu üben. DieDeputation wendet um, und wirft sich den Wüthendstenvon ihnen zu Füßen. Man stößt sie zurück; sie wird des-wegen aber nicht müde. Vorstellungen, Bitten, Thränen;alles ist umsonst. Sie wendet sich an die Einwohner, welchediesem schrecklichen Schauspiel zusehn. Indessen nimmt der