Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
136
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136Doch war wohl Saubage nicht ganz so unschuldig,wie man es damals, zur Beruhigung des Volks, behauptenwollte, und vielleicht bestand der größte Fehler des Letzternnur darin, daß es sich des Amts der Obrigkeit anmaßte,welche ihre Schuldigkeit verabsäumte. Man versichert, daßeben dieser Müller bereits im Jahre 1776, wo die Theu-rung gleichfalls einen Aufruhr veranlaßte, im größten Ver-dachte stand, beträchtliche Kornvorräthe verborgen zu haben.Er zerschmetterte, wie behauptet wird, seinem damaligenAngeber, den er sonst nicht zum Schweigen bringen konnte,auf der Brücke zu Poissy, wo er seine Mühle hatte, denKopf durch einen Pistolenschuß, und warf ihn sodann inden Fluß. Gleichwohl kam man ihm auf die Spur; erwurde in einen schweren Prozeß verwickelt und rettete sichnur durch große Geldsummen. Zum zweitenmal war ernicht so glücklich; er fiel unter dem Gewicht der Volksrache,weil die Gerechtigkeit sich nicht darein mischen wollte.Der Sohn jenes Ermordeten hatte geschworen, Sauva-gen früher oder später den Kopf zu spalten, und dadurchden Tod seines Vaters zu rächen. Diese Umstände warenzu St. Germain, Poissy und in der ganzen Gegend allge-mein bekannt.Auch Thomassin, den eine Deputation der National-versammlung, wie wir sogleich hören werden, nur mit ge-nauer Noth den Händen des erbitterten Volks entreißenkonnte, war nicht ganz vorwurfsfrei. Im ganzen Jahr hatteer kein Getraide auf die benachbarten Kornmärkte gebracht.Uebrigens reitzte er auch seine Mitbürger zu der üblen Be-handlung, die ihm widerfuhr, durch die allerbitterstenSpöttereien, die sich doch für jene schrecklichen Augenblickegewiß nicht ziemten.