Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
135
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135aus der Halle, beifallen, Sauvagen für unschuldig zuerklären. Tausend kreischende Stimmen strafen ihn des-halb Lügen. Der Ausrufer erscheint mit seiner blutdürsti-gen Bande. Alles stürmt nach dem Verhaftsorte des An-geklagten; man sprengt die Thüre auf, man schleppt ihnweg. Ein Gärtner macht den Anfang damit, ihn an einenPrangerpfahl fest zu binden. Ein Maurer klimmt hinauf undbefestigt den Müller oben mit einem Strick, der aber fürdie Schwere seines Körpers nicht stark genug ist; er stürztherab. Sogleich wird ein neuer Strick gebracht; aber an-statt Sauvagen damit wieder in die Höhe zu ziehen,reißen fünf oder sechs junge Leute den Strick nach hintenzu, während andre von vorne dem Unglücklichen Säbelhiebeund Kolbenstöße geben. Endlich hält man ihn für todt undläßt ihn zu Boden fallen. Als er sich aber noch win-det, durchbohren ihnen mehrere Kugeln. Um ganz sicherzu gehn, giebt sich ein Metzgerjunge daran, ihm den Kopfabzuschneiden. Nach mehreren Versuchen gelingt es, under wird auf eine Pike gesteckt. Jetzt setzt man sich zumblutigen Triumphzuge in Bewegung. Der Ausrufer ist im-mer noch an der Spitze. Ihm folgt der Fleischerbube,das Messer in der Hand und mit aufgehobenem im Blutgefärbten Arme. Ein Dritter trägt den Kopf und sperrtdas Maul auf, um die herab fallenden Blutstropfen aufzu-fangen.Man sage doch ja nicht:seht, so ist das Volk!Es ist keiner Freiheit werth! Es verwechseltjederzeit Freiheit mit Zügellosigkeit. Nocheinmal; das Volk darf dieser gräulichen Schlachtereiennicht bezüchtigt werden; aber wohl jene unsichtbaren Hände,welche die verborgenen Fäden der Revolution regierten undsie nach ihrem Gutdünken in Bewegung setztes.