120 —erfahrnen Demüthigungen sich rächen wolle, ihnen zurSchutzwehr dienen möge. Ein weiser, menschlicher Senatwürde ganz anders gehandelt haben. Nur dazu würde erseinen Einfluß auf das Volk verwendet haben, daß er Be-schämung über die begangenen Fehltritte hervor gebracht unddas feierliche Versprechen ihm abgelockt hätte, allen Grollfahren zu lassen und das Weitere an rechtmäßige Gerichts-höfe heim zu stellen. So hätte der 14. Juli geheiligt; sohätten Handlungen der Gerechtigkeit mit Wundern derTapferkeit gepaart werden müßen. Und wir müßen es wie-derholen: auch bei dieser Gelegenheit benahm sich das Volkbesser, als alle andere. Berthier wäre nicht ermordetworden, wofern ihn nicht die Wähler von 1789 durch eineBedeckung von vier hundert Mann hätten holen lassen. Dashieß, ihn zur Schlachtbank führen. Dieser neue Mord waralso ihr Werk. Ihnen muß das Verbrechen beigemessen; zumelenden Tode Flesselles und Foulons muß es hinzuge-fügt werden. O! wie leicht hätte man diese Männer der Volks-hitze entziehen, und sie den verordneten Gerichtsstellen über-geben könnenSchuldig waren sie in der That, und Flesselles wares in einem hohen Grade. Allein das Volk würde, ohneAufwiegeler, der Gerechtigkeit gern ihren Lauf gelassen ha-ben. Man reitzte es durch die Gegenwart der Schuldigen;man benutzte die Augenblicke der Hitze und der Furcht. DieUmstände, welche diese Volkshinrichtungen begleiteten, undihnen folgten, sind in der That scheußlich. Aber man darfauch darüber die Pariser nicht zu Rede ziehen, wenn gleichdiese Auftritte, die man sonst nur bei Menschenfressern sieht,in ihren Ringmauern sich ereignet haben. Bailly gelanges zu wiederholtenmalen, das Volk zu beruhigen. Lafayette
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