— 119zur Belohnung für die, bei der Einnahme der Bastille ge-leistehen Dienste, vom Volke die Begnadigung jener altenKrieger verlangten und erhielten. Gnade! Gnade! wurdedas allgemeine Geschrei, und der Beweis für den gutenCharakter des Volkes, den man so gern herabwürdigen möchte.Läßt das Volk sich leicht zu Unordnungen, ja zu blutigenMaßregeln hinreißen, so ist es doch noch weit leichter,es zur Ordnung und zur Menschlichkeit zurück zu bringen.Das Beispiel der franz. Garden, und der glückliche Erfolgihrer Bemühungen hätte den Mitgliedern der Nationalver-sammlung zur Lehre dienen sollen. Aber keiner dieser Ge-setzgeber sprach ein Wort von Friede, von Verzeihung und vonSchonung zum erbitterten und siegreichen Volke. Keinertrat hervor, um es anzureden und Abscheu gegen Blutver-gießen in seiner Brust zu wecken. Keiner nahm es auf sich,die Sprache der Gerechtigkeit zu führen und auf das Schwertder Gesetze zu verweisen. Die Rede Mirabeau's, welcheer zu Ehren des denkwürdigen 14. Juli hielt, ist nur be-redt. Er giebt darin dem Volte seinen ganzen Beifall, undscheint es selbst zu neuen Ausschweifungen aufzumuntern.Wohl hütet er sich, von Menschlichkeit und Gerechtigkeitzu reden. Man sollte glauben, er wohne unter Wilden,die das Fleisch ihrer Feinde verzehrten. Bis dahin wares unerhört, daß Gesetzgeber öffentlichen Morden ihrenBeifall zollten; das Volk deshalb lobten, weil es sich selbstGerechtigkeit verschafft habe, und seine Schandthaten damitentschuldigten, daß es deren nicht noch mehr begangen ha-be. In der Rede Mirabeau's, und in dem Klatschenvieler seiner Mildeputirten sieht man weiter nichts, alseine Horde von Leuten, welche der blutigen Demagogie dasWort reden, damit das Volk, im Fall, daß der Hof für die
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