— 116 —Diese Unordnungen dauerten die ganze Nacht hindurch;und am andern Morgen (d. 14.) ganz früh wälzte sich einungeheurer Volkshaufe nach dem Hotel der Invaliden. Aberan diesem Tage nahm Paris einen wirklich Ehrfurcht ge-bietenden Charakter an. Diese Masse war die schnelle Ver-einigung aller guten Bürger, welche die Schandthaten derbeiden vorigen Tage entrüstet hatten. Leider! kostete ihreBürgertugend achtzehn von ihnen das Leben. Auf der Trep-pe zum Kellergeschosse des Invalidenhauses, wo eine Waffen-niederlage war, wurden sie erdrückt.Und was that Ludwig XVI.? Gleich Anfangs war ervon diesen Vorboten einer schrecklichen Revolution benach-richtigt worden. Mit einem einzigen Worte vermochte eralles zu stillen. Die Entfernung der Truppen war es al-lein, was man von ihm forderte. Aber auf alle Bothschaf-ten der Nationalversammlung, über diesen Gegenstand, ant-wortete er nur mit kahlen Ausflüchten, hinter denen maneben keine friedlichen Gesinnungen vermuthen durfte. Einmenschlicher und weiser Fürst würde, an seiner Stelle, essich zur größten Ehre gerechnet haben, wenn er, durch eineeinzige Bewegung seiner Hand, das Leben vieler Tausendenhätte retten können. Denn an allem Blute, das in der Fol-ge floß, hatten die Tage des 12, 13 und 14. Juli 1789.Schuld. 1)1) Ludwigs Fehler waren: Schwäche und Unentschlossenheit. Ermeinte es gewiß gut; seine Rathgeber aber thaten dies nichtimmer. Franz Pages erzählt von einem der Minister, der,als man ihm Besorgnisse wegen eines Bürgerkrieges äußerte, dieempörende Antwort gab. „Gerade darauf haben wir ge-rechnet.“ S. geheime Gesch. d. fr. Revol. 1. B. S. 56.Der Ueberſ.
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